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Tabuthema HämorrhoidenDie Ursachen: von der Verstopfung bis zur WC-LektüreAutor: Onmeda-Redaktion Warum kommt es nun zu vergrößerten Hämorrhoiden und den damit einhergehenden lästigen Beschwerden? Die Frage sei nicht so leicht zu beantworten, betont Dr. Schaaf. "Man geht davon aus, dass eine regelmäßige Druckerhöhung in den Adergeflechten, wie sie bei hartem Stuhlgang üblich ist, einen wesentlichen Risikofaktor darstellt. Aber es ist nicht gesagt, dass jeder Mensch, der beim Stuhlgang stark pressen muss, auch wirklich Hämorrhoiden bekommt", so Schaaf. Genauso wenig könne man sich sicher fühlen, wenn man noch nie stark gepresst hat, erklärt die Expertin. Eine ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Flüssigkeitszufuhr, zu wenig Bewegung oder eine überwiegend sitzende Tätigkeit begünstigen Verstopfung. Diese wiederum führt dazu, dass wir auf dem stillen Örtchen mehr pressen. Die Veranlagung spielt ebenfalls eine große Rolle: Ein von Natur aus schwaches Bindegewebe trägt dazu bei, dass sich Hämorrhoiden vergrößern. Aber auch der Gang zur Toilette will gelernt sein. Wer lange auf dem WC sitzt – etwa mit dem neuesten Kreuzworträtselheft oder der aktuellen Ausgabe des Sportmagazins ausgestattet – fördert ein Hämorrhoidalleiden. Nahezu das gesamte Körpergewicht drückt in dieser Haltung auf den Beckenboden, sodass sich Hämorrhoiden erweitern können. Ebenso erhöhen Personen, die den Stuhlgang unnötig unterdrücken, ihr Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden, da sich der Stuhl verhärtet. Weitere begünstigende Faktoren sind jeder nicht regelmäßige Stuhl, ein zu straffer Schließmuskel, das häufige Verwenden von Abführmitteln sowie Übergewicht. Keine Scheu vor dem Gang zum ArztFür viele Betroffene mag der Besuch beim Arzt einem bevorstehenden Gang nach Canossa gleichkommen. "Es hat mich eine sehr, sehr große Überwindung gekostet", so Karsten Berger. "Es war mir einfach unglaublich peinlich." Falsches Schamgefühl ist allerdings unangebracht – zumal ein Hämorrhoidalleiden keinesfalls etwas mit einer mangelnden Analhygiene zu tun hat. Vielmehr sollte man den Arzt bald aufsuchen: "Beschwerden wie Jucken und Brennen können verschiedene Ursachen haben. Die Selbstbehandlung sollte deswegen nur zeitlich begrenzt erfolgen, aber rasch abgebrochen werden, wenn sie nicht zur Besserung führt", rät Ive Schaaf. Hämorrhoiden sind zwar meist tatsächlich die Ursache für Beschwerden im Analbereich, jedoch können auch andere Erkrankungen dahinterstecken, so zum Beispiel Entzündungen oder Tumoren, aber auch Pilzerkrankungen. Spätestens nach vier Wochen ohne Linderung sollte man sich professionelle Hilfe beim Hausarzt oder auch beim Frauenarzt holen. Bei der Diagnose Hämorrhoiden erfolgt dann in der Regel eine Überweisung zu einem Enddarmspezialisten, dem Proktologen. Die Untersuchung ist meist ungewohnt, aber nur selten schmerzhaft. Häufig würden Schmerzen durch die Anspannung zustande kommen, so Dr. Schaaf: "Sie erinnern sich sicher wie es als Kind war, wenn Sie ein Zäpfchen bekommen haben. Wenn man den Po zusammen gekniffen hat, dann tat es weh, sonst nicht." Wer also versucht, sich bewusst zu entspannen, erlebt die Untersuchung meist schmerzfrei. Frühe Hilfe ist besser als spätes JammernDie gute Nachricht: Hämorrhoiden müssen keinesfalls immer operativ entfernt werden, sondern nur dann, wenn das Hämorrhoidalleiden schon weit fortgeschritten ist. "Die Behandlung wird immer aufwendiger, leider auch schmerzhafter und eingreifender, je länger man wartet", weiß Ive Schaaf. "Frühes Gegensteuern ist die einzige Chance, das zu vermeiden." In leichten Fällen können lokal betäubende Cremes oder Salben gegen Jucken, Brennen und Schmerzen helfen. Allerdings werden damit nur die Symptome gelindert – das eigentliche Problem bleibt ungelöst. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden muss eingegriffen werden. Liegen Hämorrhoiden ersten oder zweiten Grades vor, kommen hauptsächlich zwei Verfahren zum Einsatz: Die Sklerosierung und die Gummibandligatur. Beide Therapieformen können ohne Narkose ambulant durchgeführt werden und sind in der Regel kaum mit Schmerzen verbunden. Bei der Sklerosierung werden die Hämorrhoiden verödet: Durch ein spezielles Mittel, welches in den Knoten gespritzt wird, vernarbt das Gewebe, sodass sich die Hämorrhoiden zurückbilden. Karsten Berger half der Arzt mit einer Gummibandligatur. Dabei werden die vergrößerten Hämorrhoiden mit Gummibändern abgeschnürt, bis sie schließlich abfallen. "Der abgebundene Teil ist dann nach einigen Tagen einfach mit dem Stuhlgang ans Tageslicht gekommen", erzählt Berger. "Auch wenn die Behandlung nicht angenehm war, bin ich doch heilfroh, um eine Operation herumgekommen zu sein", so Berger. Ein operativer Eingriff ist in der Regel nur bei Hämorrhoiden dritten oder vierten Grades nötig. Dabei werden die erweiterten Hämorrhoiden unter Vollnarkose entfernt. Egal wie fortgeschritten das Hämorrhoidalleiden ist: Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und viel Bewegung unterstützen den Heilungsprozess. Wenn es Sie noch nicht erwischt hatVergrößerten Hämorrhoiden und somit einem Hämorrhoidalleiden kann man nicht zu 100 Prozent vorbeugen – wohl aber eine ganze Menge tun, um das Risiko deutlich zu senken. Hierzu gehört in erster Linie, fördernde Faktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung oder zu starkes Pressen zu minimieren. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist die beste Grundlage, um harten Stuhl zu vermeiden. Dazu sollte man reichlich Flüssigkeit trinken, vorzugsweise Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertees oder auch Fruchtschorlen. Auf der Toilette sollten Sie folgende Regeln beachten:
Und auch wenn es einige bitter treffen mag: Wer die Lektüre vom stillen Örtchen verbannt, hat schon einiges getan, um einem falschen Stuhlverhalten – und damit vergrößerten Hämorrhoiden – entgegenzuwirken. Lesen Sie in diesem Beitrag zum ThemaTabuthema Hämorrhoiden
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