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Hämorrhoiden: Behandlung und Vorbeugung

Behandlung

Stand: 20. Oktober 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Um die akuten Beschwerden bei Hämorrhoiden zu lindern, ist das oberste Ziel, einen weichen, aber geformten Stuhlgang zu erreichen. Denn dieser kann ohne großes Nachpressen entleert werden.

Bewegung

Wer sich ausreichend bewegt, fördert seine Darmperistaltik und verhindert so, dass der Darm zu träge wird. Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren wirken sich hier positiv aus. Verzichten Sie dagegen auf Krafttraining, Joggen, Aerobic oder das Heben schwerer Gegenstände.

Ernährung

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen ist auch für den Darm gesund. Bauen Sie mehr Gemüse und Obst in Ihre täglichen Mahlzeiten ein, vermeiden Sie jedoch blähende Nahrungsmittel. Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeit.

Dauerhafte Verstopfung

Dauerhafte Verstopfungen können Sie in vielen Fällen schon loswerden, wenn Sie täglich Weizenkleie zusammen mit viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Auf Abführmittel sollten Sie dagegen verzichten, sie können die Bildung von vergrößerten Hämorrhoiden sogar eher fördern.

Analhygiene

Eine gute Pflege des empfindlichen Analbereichs ist bei Problemen mit Hämorrhoiden wichtig. Sinnvoll sind Sitzbäder oder Umschläge mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Kamille. Reiben Sie nach dem Toilettengang nicht zu stark mit dem Toilettenpapier. Tupfen Sie stattdessen etwas vorsichtiger oder befeuchten Sie das Toilettenpapier vorher mit Wasser und tupfen Sie den Hautbereich danach trocken. Auf Toilettenfeuchtpapier aus dem Supermarkt sollten Sie dagegen eher verzichten. Die Inhaltsstoffe sind häufig zu aggressiv für die empfindliche Haut des Analbereichs. Auf feuchtes Toilettenpapier sollten Sie höchstens unterwegs zurückgreifen. Achten Sie beim Duschen oder Baden darauf, seifenfreie Waschlotionen zu verwenden.

Baumwolle oder Kunstfaser?

Wer vergrößerte Hämorrhoiden hat, sollte bevorzugt Baumwollunterwäsche tragen und auf Kunstfaser verzichten. Baumwolle nimmt Schweiß besser auf und ist verträglicher für die gereizte Haut.

Hämorrhoiden-Salben und -Zäpfchen

Haben Sie nur leichte Beschwerden durch Hämorrhoiden, können Hämorrhoiden-Salben oder -Zäpfchen helfen, welche die Entzündung und die akuten Schmerzen lindern sowie den Juckreiz bekämpfen. Gegen die Hämorrhoiden an sich helfen diese jedoch nicht.

Die Wirkstoffzusammensetzung der Salben und Zäpfchen variiert dabei. Sie enthalten beispielsweise Kortison, natürliche Wirkkomplexe aus inaktivierten Mikroorganismen, Lidocain gegen die akuten Schmerzen oder beruhigenden Hamamelis-Extrakt.

Seit dem 5. Mai 2010 sind Medikamente mit dem Wirkstoff Bufexamac in Apotheken nicht mehr erhältlich. Bufexamac ruft Nebenwirkungen hervor, die den Symptomen der ursächlichen Beschwerden so sehr gleichen, dass sie gar nicht als Nebenwirkungen erkannt werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte kam deshalb zu dem Schluss, dass der mögliche Schaden Bufexamac-haltiger Arzneimittel nicht vertretbar ist. Die Zulassung wurde wegen des erhöhten Risikos von Kontaktekzemen widerrufen.

Halten die Beschwerden durch die Hämorrhoiden jedoch länger als vier Wochen an beziehungsweise kommt es zu Hautreizungen, reicht eine Selbsthilfe mit Salben und Zäpfchen nicht mehr aus. Hier ist eine Rücksprache mit Ihrem Arzt erforderlich.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

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