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Hämorrhoiden: Behandlung – von Salbe bis OP

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (05. Januar 2017)

Wer vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) hat, kann in leichten Fällen zunächst selbst versuchen, die Beschwerden zu lindern. So können Sie zum Beispiel auf Hämorrhoiden-Salben, Cremes, Zäpfchen, Analtampons oder Hausmittel wie Sitzbäder zurückgreifen.

Ist das Hämorrhoidalleiden fortgeschritten, ist in jedem Fall eine Behandlung durch den Arzt ratsam. Welche Therapie dann infrage kommt, richtet sich vor allem danach, wie ausgeprägt das Hämorrhoidalleiden ist. Erster Ansprechpartner kann Ihr Hausarzt sein – oder aber ein Proktologe. Proktologen sind Mediziner, die Erkrankungen des Enddarms behandeln.

Bitte beachten Sie: Suchen Sie bei Blut auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier in jedem Fall den Arzt auf. Oft sind vergrößerte Hämorrhoiden die Ursache – es können aber auch erste Erkrankungen dahinterstecken. Daher ist zur Sicherheit eine körperliche Untersuchung durch den Arzt zu empfehlen! Das Gleiche gilt für länger anhaltende Stuhlunregelmäßigkeiten und Schleimabsonderungen.

Verstopfung vermeiden

Symptomen wie Brennen, Nässen oder Juckreiz können Sie entgegenwirken, indem Sie im Laufe der Behandlung einen weichen, geformten Stuhlgang erreichen, den Sie ohne Pressen entleeren können.

So können Sie einen weichen Stuhlgang fördern:

  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung! Gerade, wenn Sie tagsüber viel sitzen müssen, sollten Sie für Ausgleich sorgen.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und ballaststoffreich und essen Sie viel Gemüse und Obst. Reichlich Ballaststoffe enthalten zum Beispiel Vollkornprodukte wie Vollkornnudeln und -brot, Leinsamen, Trockenfrüchte oder Nüsse.
  • Vermeiden Sie blähende Speisen.
  • Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken, mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag.

Wenn Sie unter dauerhaften Verstopfungsbeschwerden leiden, können Sie auf ein Hausmittel zurückgreifen: Nehmen Sie täglich Weizenkleie mit viel Flüssigkeit ein.

Analhygiene: Gründlich, aber nicht übertrieben

Zur Behandlung von vergrößerten Hämorrhoiden gehört auch eine gründliche Analhygiene. Reinigen Sie Ihren After nach dem Toilettengang sorgfältig, aber sanft. Hilfreich kann es zum Beispiel sein, wenn Sie das Toilettenpapier leicht mit Wasser befeuchten und den Analbereich abtupfen.

Hygiene ist wichtig, übertreiben sollten Sie es jedoch nicht. Auf Seife, feuchte Tücher oder Kosmetika sollten Sie lieber verzichten, um die Analregion nicht zusätzlich zu reizen.

Sitzbäder mit klarem Wasser können als Hausmittel hilfreich sein. Badezusätze mit entzündungshemmenden Stoffen wie Kamille, Hamamelis oder Eichenrinde können ebenfalls wohltuend sein – der tatsächliche Nutzen wurde bislang jedoch nicht ausreichend belegt.

Bei leichten Beschwerden: Hämorrhoiden-Salbe, Cremes & Co.

Leichtere Beschwerden durch Hämorrhoiden können Sie möglicherweise vorübergehend mit Salbe, Creme, speziellen Analtampons oder Zäpfchen abschwächen. Dabei kommen zum Beispiel Substanzen zur Wundheilung (Adstringenzien) oder entzündungshemmende Präparate mit Zink, Panthenol, Hamamelis oder Aloe Vera infrage. Jedoch ist nicht abschließend geklärt, inwieweit diese Präparate tatsächlich die Symptome reduzieren können.

Wenn Sie Schmerzen haben, kann der Arzt Salben mit dem Wirkstoff Lidocain verordnen, der die Haut betäubt. Auch kann er kortisonhaltige Salben empfehlen, die eine entzündungshemmende Wirkung haben. Solche Präparate sollten jedoch nur für eine kurze Zeit verwendet werden.

Beachten Sie: Hämorrhoiden-Salben, Analtampons und Zäpfchen können die Beschwerden vielleicht für eine Weile abschwächen – die vergrößerten Hämorrhoiden werden dadurch jedoch nicht verkleinert! Wenn die Symptome anhalten oder erneut auftreten, sollten Sie daher Ihren Arzt aufsuchen!

Hämorrhoiden-Salben können Beschwerden lindern – die Ursachen beseitigen sie jedoch nicht. © iStock

Hämorrhoiden-Salben können Beschwerden lindern – die Ursachen beseitigen sie jedoch nicht.

Bei stärkeren Beschwerden: Hämorrhoiden veröden oder abbinden

Rufen vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) stärkere Symptome hervor, reichen Salben zur alleinigen Symptomlinderung nicht mehr aus.

Hämorrhoiden der Grade I und II kann der Arzt mit der sogenannten Sklerosierungstechnik veröden. Hierbei spritzt er an den Gefäßzuflüssen der Hämorrhoiden ein Mittel, welches das Gewebe schrumpfen und verfestigen lässt.

Auch die Gummibandligatur (Ligatur = Abbinden) kann bei Hämorrhoiden helfen. Bei dieser Behandlung schnürt der Arzt die Hämorrhoidalknoten mithilfe eines Gummibands ab. Die Knoten sterben innerhalb weniger Tage ab, sodass der Körper sie abstößt. Die Gummibandligatur kommt insbesondere bei Hämorrhoiden der Grade II und III in Betracht.

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In schweren Fällen: Hämorrhoiden-OP

Bleibt die bisherige Behandlung erfolglos oder liegen Hämorrhoiden im weiter fortgeschrittenen Stadium ab Grad III vor, kann es nötig werden, die Knoten operativ entfernen zu lassen. Das Entfernen von vergrößerten Hämorrhoiden bezeichnen Ärzte als Hämorrhektomie.

Je nach Ausprägung kommen verschiedene OP-Methoden und in Betracht. Während die Wunde bei sogenannten "offenen" Verfahren direkt nach der Operation offen bleibt, wird sie bei "halboffenen" oder "geschlossenen" Verfahren ganz oder teilweise verschlossen. Eine neuere Variante der Hämorrhoiden-OP ist die Stapler-Operation: Nachdem der Chirurg einen Teil der vergrößerten Hämorrhoide entfernt hat, fixiert er den verbliebenen Teil an der Schleimhaut des Analtrakts.

Nach einer Hämorrhoiden-OP können Beschwerden auftreten, etwa Schmerzen beim Sitzen oder beim Toilettengang. In der Regel sind die Schmerzen nur vorübergehend und lassen sich mit Schmerzmitteln gut behandeln. Zu möglichen Komplikationen einer Hämorrhoiden-OP zählen beispielsweise Nachblutungen, eine Verengung des Darmausgangs oder Abszesse. In seltenen Fällen funktioniert der Schließmuskel nach der OP nicht mehr richtig, sodass die Betroffenen keine Kontrolle mehr über ihren Stuhlgang haben.

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