Hämophilie (Bluterkrankheit): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Juni 2014)

Hämophilie

Menschen mit Hämophilie (Bluterkrankheit) haben eine erhöhte Blutungsneigung – neben einer medikamentösen Therapie ist es daher wichtig, Verletzungen zu vermeiden und darauf zu achten, die Blutgerinnung nicht noch weiter zu schwächen. Es gibt zum Beispiel Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, die die Blutgerinnung herabsetzen. Menschen mit der Bluterkrankheit sollten diese Medikamente vermeiden.

Neben diesen vorbeugenden Maßnahmen gibt es verschiedene Medikamente, die bei Hämophilie zur Therapie sinnvoll sein können. Bei leichten Fällen der Bluterkrankheit gibt es den Wirkstoff Desmopressin, der im Körper gespeicherte Gerinnungsfaktoren freisetzt. Dieser kann aber nur kurzzeitig angewendet werden.

Bei schweren Fällen der Hämophilie bekommt der Betroffene zur Therapie regelmäßig die fehlenden Gerinnungsfaktoren in die Vene gespritzt. Der genaue Ablauf der Behandlung ist bei der Bluterkrankheit individuell verschieden und hängt unter anderem von der Schwere der Erkrankung und dem Alter ab.

Im Rahmen einer Dauerbehandlung bekommen Bluter mit Hämophilie A etwa zwei bis drei Mal pro Woche den fehlenden Gerinnungsfaktor VIII gespritzt. Bluter mit Hämophilie B benötigen den Gerinnungsfaktor IX. Da sich dieser im Blut nicht so schnell abbaut wie Faktor VIII, ist bei dieser Form der Hämophilie nur etwa ein bis zwei Mal pro Woche eine Injektion notwendig. Nach einer entsprechenden Schulung können Bluter sich die Spritzen mit den Gerinnungsfaktoren auch zu Hause selbst setzen.

Die bei der Behandlung eingesetzten Gerinnungsfaktoren werden entweder aus Spenderblut oder gentechnisch hergestellt. Früher kam es mitunter vor, dass sich Bluter, die Gerinnungsfaktoren aus Blutspenden enthielten, mit verschiedenen Infektionskrankheiten ansteckten, zum Beispiel mit dem HI-Virus. Die modernen Qualitätsstandards stellen jedoch sicher, dass Produkte aus Spenderblut mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit virenfrei sind.

On-Demand-Behandlung (Bedarfsbehandlung)

Neben der Dauertherapie mit Gerinnungsfaktoren bei schwerer Hämophilie (Bluterkrankheit) gibt es auch die sogenannte On-Demand-Therapie. In diesem Fall bekommt der Bluter die Gerinnungsfaktoren nur bei Bedarf zu bestimmten Zeiten gespritzt – etwa bei einer anstehenden Operation oder bei akuten Blutungen.


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