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Stand: 20. August 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie, anlagebedingter Haarausfall) hat bei Frauen die gleichen Ursachen wie bei Männern: Er entwickelt sich aufgrund einer genetischen Veränderung der Haarfollikel, die sie empfindlicher für männliche Geschlechtshormone (Androgene) macht.
Haarfollikel mit entsprechender Veranlagung haben eine erhöhte Anzahl an Bindungsstellen, sogenannten Rezeptoren, für die männlichen Hormone Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT). DHT entsteht unter dem Einfluss des Enzyms 5-alpha-Reduktase aus Testosteron. Es wirkt an den Rezeptoren der Haarfollikel und führt dazu, dass sich die Wachstumsphase im Haarzyklus verkürzt. Diese verkürzte Wachstumsphase beschleunigt den gesamten Haarzyklus. Die Folge: Haare und Haarfollikel werden immer dünner; letztlich schrumpfen die Haarfollikel bei diesem Prozess gewissermaßen: Es entsteht eine sogenannte Miniaturisierung der Haarfollikel.
Ein Unterschied zum typisch männlichen Haarausfall besteht bei der Frau in der Rolle der beteiligten Enzyme (spezielle Eiweiße), die bestimmte Hormone umwandeln: Während beim Mann das Enzym 5-alpha-Reduktase sehr wichtig ist, kommt bei Frauen der sogenannten Aromatase große Bedeutung zu. Sie wandelt männliche Hormone in weibliche (Östrogene) um. Bei Frauen mit androgenetischem Haarausfall ist die Aromatase weniger aktiv. Die Folge: Die Konzentration der Androgene an den genetisch "vorbelasteten" Haarfollikeln steigt – die männlichen Hormone schädigen die Follikel und führen somit zum Haarausfall.
Es gibt einen weiteren Unterschied zwischen dem erblich bedingten Haarausfall der Frau und dem des Mannes: Bei Frauen sind meist nicht alle Haarfollikel einer Haarregion betroffen, sondern nur ein Teil. Daher entsteht bei Frauen keine kahle Stelle oder Glatze – die Haare dünnen nur aus und die Kopfhaut wird sichtbar.
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