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Stand: 20. August 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie, anlagebedingter Haarausfall) bei Frauen erfordert dann eine Therapie, wenn die Frau unter dem Haarverlust leidet. Eine Krankheit im eigentlichen Sinne ist der Haarverlust nicht.
Die Therapie bei erblich bedingtem Haarausfall umfasst mehrere Wirkstoffe und Ansätze:
In mehreren Studien zeigte eine 2%ige Minoxidil-Lösung eine gute Wirksamkeit: Bei den meisten Frauen stoppte der Haarausfall, bei etwa jeder zweiten nahm die Haardichte durch die Behandlung wieder zu. Minoxidil gilt als Therapie der Wahl.
Ebenso wie die 5%ige Minoxidil-Lösung für Männer, ist dieses Präparat rezeptfrei erhältlich. Minoxidil kann nach Beginn der Therapie zu einem Effekt führen, der viele Frauen stark verunsichert: Etwa nach vier bis acht Wochen kann ein verstärkter Haarverlust auftreten, von Experten als "Shedding" bezeichnet. Dieser Effekt ist ein Hinweis darauf, dass die Therapie gut wirkt. Shedding zeigt sich nämlich dann, wenn ruhende Haarfollikel wieder aktiv werden. Die nachwachsenden Haare stoßen dann die in der Ruhephase befindlichen Haare aus – die Frau verliert vermehrt Haare. Eine weitere Besonderheit einer Minoxidil-Therapie besteht darin, dass Frauen dunklen Typs (z.B. manche Südeuropäerinnen) während der Behandlung der Kopfhaut mit Minoxidil-Lösung im Gesicht und auf der Stirn mit verstärktem Haarwuchs reagieren.
Weiterhin kommen auf der Kopfhaut Wirkstofflösungen zum Einsatz, die die Umwandlung des männlich Geschlechtshormons Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) hemmen und so verhindern, dass die Haarwurzel zerstört wird. Hierzu zählen 17-alpha-Estradiol (Alfatradiol) und 17-ß-Estradiol. Es gibt Hinweise, dass Alfatradiol den Anteil der Haare in der Wachstumsphase erhöht und somit in der Lage ist, das Fortschreiten des Haarausfalls zu verzögern. Erneutes Haarwachstum oder eine Verdickung der Haare vermag Alfatradiol nach derzeitigem Stand nicht zu bewirken. Es hat kaum Nebenwirkungen.
Besteht bei Frauen ein stark ausgeprägter und frühzeitig einsetzender anlagebedingter Haarausfall, empfiehlt sich eine Therapie mit Hormonpräparaten, die meist aus zwei Komponenten bestehen (z.B. die Pille): Eine Komponente, ein Gestagen, wirkt gegen die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) und schützt somit die Haarwurzeln vor einer Schädigung. Die zweite Komponente, ein Östrogen, wirkt unter anderem verhütend. Die Verhütung ist bei gebärfähigen Frauen notwendig, da während einer Behandlung mit Antiandrogenen eine Schwangerschaft unbedingt vermieden werden muss. Es kann sonst zu einer gestörten Entwicklung des Ungeborenen kommen.
Bei starker Ausdünnung der Haare kann eine Haartransplantation oder der Einsatz von Perücken oder Haarteilen erwogen werden.
Achten Sie darauf, dass Mittel gegen Haarausfall, die etwa in Drogerien oder Apotheken angeboten werden, eine wissenschaftlich erwiesene, am Menschen bestätigte Wirkung haben sollten. Andernfalls nutzen sie dem Anbieter wohl mehr als der Betroffenen.
Präparate, deren Effekt auf folgenden Inhaltsstoffen beruhen soll, sehen Fachleute als wirkungslos an:
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