Startseite > Krankheiten > Gürtelrose (Herpes zoster) > Verlauf
Stand: 23. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine Gürtelrose (Herpes zoster) kann in ihrem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein. So kann es in seltenen Fällen zu bleibenden Lähmungen kommen, die zum Beispiel das Gesicht, aber auch das Zwerchfell betreffen können. Weitere mögliche Komplikationen einer Gürtelrose sind:
Wenn bei einem Herpes zoster die Nervenwurzeln oder Nerven mitbeteiligt sind, kann sich eine Polyneuropathie oder ein Guillain-Barré-Syndrom entwickeln. Bei Letzterem treten oft Muskelschwächen auf, die von den Beinen aufsteigen und in ihrem Verlauf bis zu einer Lähmung der Arme und Beine führen können. In seltenen Fällen kann auch das Zwerchfell mitbeteiligt sein und die Atmung ausfallen – dies macht eine Beatmung der Betroffenen notwendig.
Treten bei einer Gürtelrose Komplikationen in Gehirn und Rückenmark mit Halbseiten- oder mit Querschnittsyndromen auf, kann die Erkrankung zu einem ernsthaften Zustand führen – die Betroffenen benötigen dann eine intensivmedizinische Behandlung.
In seltenen Fällen kann sich ein Herpes zoster auch auf den ganzen Körper und die inneren Organe ausbreiten (sog. Zoster generalisatus) – dabei handelt es sich ebenfalls um eine lebensbedrohliche Komplikation. Ein solch schwerwiegender Verlauf ist besonders bei Menschen möglich, die eine Immunschwäche haben oder deren Immunsystem durch Medikamente (Immunsuppressiva) unterdrückt ist.
In etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle können die mit einer Gürtelrose einhergehenden Nervenschmerzen über eine längere Zeit anhalten (sog. Post-Zoster-Neuralgie oder postherpetische Neuralgie) – bei Menschen, die über 60 Jahre alt sind, ist jeder zweite von diesem langwierigen Verlauf betroffen. Eine Post-Zoster-Neuralgie kann Monate bis Jahre andauern. Eine rechtzeitige Schmerzbehandlung kann dazu beitragen, weitere Komplikationen zu verhindern. Eine besonders wirksame Schmerztherapie besteht in der Kombination aus Schmerzmitteln (Analgetika) und bestimmten Arzneimitteln gegen psychische Erkrankungen, die auch bei Gürtelrose wirken (sog. trizyklische Antidepressiva).
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