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Grippe (Influenza): Therapie

Stand: 16. Januar 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einer Grippe (Influenza) kann es zur Therapie ausreichen, die bestehenden Symptome zu lindern. Unter bestimmten Umständen ist es jedoch bei einer Virusgrippe ratsam, die ursächlichen Grippeviren durch entsprechende Medikamente zu bekämpfen – und zwar dann, wenn:

  • der Verdacht auf eine schwer verlaufende Grippe besteht oder
  • Sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Grippe-Verlauf haben, weil Sie zum Beispiel:

Virostatika

Wenn Sie eine schwere Grippe (Influenza) oder ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, ist eine Therapie ratsam, die gegen die ursächlichen Influenzaviren angeht. Hierzu erhalten Sie entsprechend gegen Viren wirkende Medikamente: sogenannte Virostatika. Diese Mittel sind jedoch nur dann gegen Grippe erfolgreich, wenn die Behandlung so schnell wie möglich (innerhalb der ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Virusgrippe) beginnt.

Zur Gruppe der Virostatika zählen unter anderem die Neuraminidasehemmer. Die Wirkungsweise der Grippe-Behandlung mit Neuraminidasehemmer besteht darin, dass sie die weitere Ausbreitung des Grippevirus im Körper hemmt. Wirksam ist diese Therapie gegen die Influenzaviren vom Typ A und B, nicht jedoch gegen Typ C.

Funktionsweise der Neuraminidasehemmer

Gegenwärtig stehen zur ursächlichen Grippe-Therapie die Virostatika Zanamivir und Oseltamivir zur Verfügung. Zanamivir erhalten Sie als Pulver, das Sie inhalieren müssen; bei diesem Grippemittel kommt es in seltenen Fällen zu krampfartigen Verengungen der Atemwege (Bronchospasmen) – vor allem bei Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung. Oseltamivir nehmen Sie über den Mund ein. Die Grippe-Behandlung mit Oseltamivir löst in etwa jedem zehnten Fall Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt aus (v.a. Übelkeit und Erbrechen). Der Nutzen von Neuraminidasehemmern ist allerdings umstritten: So verkürzt Oseltamivir die Dauer der Grippeerkrankung nur geringfügig – und dass das Mittel das Komplikations- oder Übertragungsrisiko senkt, ist nicht sicher nachgewiesen.

Das früher oft gegen Grippe eingesetzte Virostatikum namens Amantadin gehört nicht zu den Neuraminidasehemmern, sondern zu den zyklischen Aminen und ist nur bei der Therapie von Influenza-A-Virusinfektionen wirksam. Amantadin kann die Dauer von Fieber um einen Tag verkürzen. Zur Grippe-Behandlung kommt dieses Mittel allerdings heute praktisch nicht mehr zum Einsatz, denn: Zum einen verursacht Amantadin nicht unerhebliche Nebenwirkungen (z.B. Durchfall, Depression, epileptische Anfälle), zum anderen entwickeln die Grippeviren schnell eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen den Wirkstoff.

Weiterlesen: Grippe (Influenza): Therapie – Antibiotika

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