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Grippe (Influenza): Therapie

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (28. Mai 2015)

Bei einer Grippe (Influenza) kann es zur Therapie ausreichen, die Grippesymptome zu lindern. Unter bestimmten Umständen ist es jedoch bei einer Virusgrippe ratsam, die ursächlichen Grippeviren durch entsprechende Grippemittel zu bekämpfen.

Dies ist der Fall, wenn der Verdacht auf eine schwer verlaufende Grippe besteht oder Sie ein erhöhtes Risiko für eine schwere Influenza haben, weil Sie zum Beispiel:

Virostatika

Wenn Sie eine schwere Grippe oder ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, ist es ratsam, gegen die ursächlichen Influenzaviren vorzugehen. Dann erhalten Sie zur Therapie der Grippe spezielle Medikamente, die gegen Viren wirken: sogenannte Virostatika. Diese Mittel können jedoch nur dann etwas gegen die Influenza bewirken, wenn die Behandlung so schnell wie möglich (innerhalb der ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Virusgrippe) beginnt.

Funktionsweise der Neuraminidasehemmer

Wirkstoffe aus der Gruppe der Neuraminidasehemmer verhindern, dass Grippeviren sich weiter im Körper vermehren.

Zur Gruppe der Virostatika zählen unter anderem die Neuraminidasehemmer. Diese Medikamente bekämpfen die Grippe, indem sie die weitere Ausbreitung des Grippevirus im Körper hemmen. Wirksam ist die Therapie mit Neuraminidasehemmern gegen das Influenza-A- und Influenza-B-Virus, nicht jedoch gegen das Grippevirus vom Typ C.

Gegenwärtig stehen zur ursächlichen Behandlung von Grippe die Virostatika Zanamivir und Oseltamivir zur Verfügung. Zanamivir erhalten Sie als Pulver, das Sie inhalieren müssen; bei diesem Grippemittel kommt es in seltenen Fällen zu krampfartigen Verengungen der Atemwege (Bronchospasmen) – vor allem bei Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung. Oseltamivir nehmen Sie über den Mund ein. Die Therapie mit Oseltamivir löst in etwa jedem zehnten Fall Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt aus (v.a. Übelkeit und Erbrechen). Der Nutzen von Neuraminidasehemmern bei der Behandlung von Grippe ist allerdings umstritten: So verkürzt Oseltamivir die Dauer der Influenza nur geringfügig – und dass das Mittel das Komplikations- oder Übertragungsrisiko senkt, ist nicht sicher nachgewiesen.

Das früher oft gegen Grippe eingesetzte Virostatikum namens Amantadin gehört nicht zu den Neuraminidasehemmern, sondern zu den zyklischen Aminen und ist nur gegen Influenza-A-Virusinfektionen wirksam. Amantadin kann die Dauer von Fieber um einen Tag verkürzen. Gegen Grippe kommt dieses Mittel allerdings heute praktisch nicht mehr zum Einsatz, denn: Zum einen verursacht die Therapie mit Amantadin nicht unerhebliche Nebenwirkungen (z.B. Durchfall, Depression, epileptische Anfälle), zum anderen entwickeln die Grippeviren schnell eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen den Wirkstoff.



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