Anzeige

Anzeige

Grippe (Influenza): Behandlung

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (29. August 2016)

Bei einer Grippe (Influenza) besteht die Behandlung oft nur darin, die Grippesymptome zu lindern. Unter bestimmten Umständen ist es jedoch bei einer Virusgrippe ratsam, die ursächlichen Grippeviren durch entsprechende Grippemittel zu bekämpfen.

Dies ist der Fall, wenn der Verdacht auf eine schwer verlaufende Grippe besteht oder Sie ein erhöhtes Risiko für eine schwere Influenza haben, weil Sie zum Beispiel:

Virostatika

Um eine schwere Grippe zu behandeln oder wenn Sie ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, können Sie spezielle Medikamente erhalten, die gegen Viren wirken: sogenannte Virostatika. Diese Mittel können jedoch nur dann etwas gegen die Influenza bewirken, wenn die Behandlung so schnell wie möglich (innerhalb der ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Virusgrippe) beginnt.

Zur Gruppe der Virostatika zählen unter anderem Neuraminidasehemmer. Diese Medikamente bekämpfen die Grippe, indem sie die weitere Ausbreitung des Grippevirus im Körper hemmen. Die Behandlung mit Neuraminidasehemmern wirkt gegen das Influenza-A- und Influenza-B-Virus, nicht jedoch gegen das Grippevirus vom Typ C.

Funktionsweise der Neuraminidasehemmer

Wirkstoffe aus der Gruppe der Neuraminidasehemmer verhindern, dass Grippeviren sich weiter im Körper vermehren.

Gegenwärtig stehen die Virostatika Zanamivir und Oseltamivir zur Verfügung, um eine Grippe ursächlich zu behandeln. Zanamivir erhalten Sie als Pulver, das Sie inhalieren müssen. Dieses Grippemittel ruft in seltenen Fällen krampfartige Verengungen der Atemwege (Bronchospasmen) hervor – vor allem bei Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung. Oseltamivir nehmen Sie über den Mund ein. Die Therapie mit Oseltamivir löst in etwa jedem zehnten Fall Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt aus (v.a. Übelkeit und Erbrechen).

Der Nutzen von Neuraminidasehemmern zur Grippe-Behandlung ist allerdings umstritten: So verkürzt Oseltamivir die Dauer der Influenza nur geringfügig – und dass das Mittel das Komplikations- oder Übertragungsrisiko senkt, ist nicht sicher nachgewiesen.

Das früher oft bei Grippe zur Behandlung eingesetzte Virostatikum namens Amantadin gehört nicht zu den Neuraminidasehemmern, sondern zu den zyklischen Aminen und ist nur gegen Influenza-A-Virusinfektionen wirksam. Amantadin kann die Dauer von Fieber um einen Tag verkürzen. Als Grippemittel wenden Ärzte Amantadin allerdings heute praktisch nicht mehr an, denn: Zum einen verursacht der Wirkstoff nicht unerhebliche Nebenwirkungen (z.B. Durchfall, Depression, epileptische Anfälle), zum anderen entwickeln die Grippeviren schnell eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) dagegen.

Antibiotika

Bei virusbedingten akuten Atemwegsinfektionen wie der Grippe ist eine Behandlung mit Antibiotika nur von geringem oder völlig ohne Nutzen. Liegt neben der Influenza allerdings zusätzlich eine Infektion mit Bakterien (sog. Zweitinfektion oder Superinfektion) vor, ist es notwendig, diese entsprechend mit Antibiotika zu behandeln.

Vor allem wenn im Verlauf der Grippe Komplikationen wie eine bakterielle Lungenentzündung auftreten, macht dies eine unverzügliche Behandlung mit Antibiotika nötig.

Sonstige Medikamente

Bei einer leicht verlaufenden Grippe können Sie auf Mittel gegen Viren oder sonstige verschreibungspflichtige Medikamente verzichten und auf andere Mittel zurückgreifen: So können Sie schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente (z.B. Mittel, die Acetylsalicylsäure enthalten) gegen die Grippesymptome einnehmen. Daneben können – je nach Symptomatik der Influenza zur Behandlung auch Hustensäfte und Nasentropfen sinnvoll sein. Zudem können bei Grippe verschiedene Hausmittel oder allgemeine Maßnahmen gegen die Beschwerden helfen.

Behandlung bei Kindern

Die bei Erwachsenen gegen Grippe eingesetzte Behandlung unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von der Behandlung bei Kindern: Kinder mit Virus-Infekten wie einer Influenza dürfen keinesfalls Salicylate (wie ASS o.Ä.) erhalten, da sie hierdurch ein Reye-Syndrom entwickeln können.

Das Reye-Syndrom ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, in deren Verlauf es zu Hirn- und Leberschäden kommt. Während man die Erkrankung im Frühstadium noch heilen kann, führt sie voll entwickelt in etwa 70 Prozent der Fälle zum Tod. Wenn Ihr Kind dauerhaft Salicylate einnimmt, ist es deshalb wichtig, dass Sie es regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Allgemeine Empfehlungen

Sie können die gegen Grippe eingesetzte Behandlung unterstützen, indem Sie ein paar allgemeine Empfehlungen beachten: So sind in der akuten Phase der Influenza zusätzlich zu Medikamenten dringend einige Tage Bettruhe ratsam. Auch nach der akuten Erkrankungsphase ist es wichtig, sich körperlich zu schonen – das bedeutet vor allem, dass Sie die Grippe völlig auskurieren sollten, bevor Sie wieder Sport treiben.

Ein bei Grippe hilfreiches Hausmittel besteht darin, mit Kamille oder Salzlösungen zu inhalieren – dies ist gut für die Atemwege. Durch Gurgeln und heiße Getränke können Sie eine mögliche Rachenentzündung (Pharyngitis) lindern. Bei Entzündungen und vor allem bei Fieber ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken (pro Tag mindestens zwei bis drei Liter Wasser, Früchtetee und/oder Fruchtsäfte), da der Körper während der Krankheit viel Flüssigkeit verliert. Weitere allgemeine Empfehlungen bei Influenza lauten, auf Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee zu verzichten.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige