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Grippe (Influenza): Behandlung

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (09. August 2016)

Bei einer Grippe (Influenza) kann es zur Therapie ausreichen, die Grippesymptome zu lindern. Unter bestimmten Umständen ist es jedoch bei einer Virusgrippe ratsam, die ursächlichen Grippeviren durch entsprechende Grippemittel zu bekämpfen.

Dies ist der Fall, wenn der Verdacht auf eine schwer verlaufende Grippe besteht oder Sie ein erhöhtes Risiko für eine schwere Influenza haben, weil Sie zum Beispiel:

Virostatika

Wenn Sie eine schwere Grippe oder ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, ist es ratsam, gegen die ursächlichen Influenzaviren vorzugehen. Dann erhalten Sie zur Therapie der Grippe spezielle Medikamente, die gegen Viren wirken: sogenannte Virostatika. Diese Mittel können jedoch nur dann etwas gegen die Influenza bewirken, wenn die Behandlung so schnell wie möglich (innerhalb der ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Virusgrippe) beginnt.

Funktionsweise der Neuraminidasehemmer

Wirkstoffe aus der Gruppe der Neuraminidasehemmer verhindern, dass Grippeviren sich weiter im Körper vermehren.

Zur Gruppe der Virostatika zählen unter anderem die Neuraminidasehemmer. Diese Medikamente bekämpfen die Grippe, indem sie die weitere Ausbreitung des Grippevirus im Körper hemmen. Wirksam ist die Therapie mit Neuraminidasehemmern gegen das Influenza-A- und Influenza-B-Virus, nicht jedoch gegen das Grippevirus vom Typ C.

Gegenwärtig stehen zur ursächlichen Behandlung von Grippe die Virostatika Zanamivir und Oseltamivir zur Verfügung. Zanamivir erhalten Sie als Pulver, das Sie inhalieren müssen; bei diesem Grippemittel kommt es in seltenen Fällen zu krampfartigen Verengungen der Atemwege (Bronchospasmen) – vor allem bei Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung. Oseltamivir nehmen Sie über den Mund ein. Die Therapie mit Oseltamivir löst in etwa jedem zehnten Fall Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt aus (v.a. Übelkeit und Erbrechen). Der Nutzen von Neuraminidasehemmern bei der Behandlung von Grippe ist allerdings umstritten: So verkürzt Oseltamivir die Dauer der Influenza nur geringfügig – und dass das Mittel das Komplikations- oder Übertragungsrisiko senkt, ist nicht sicher nachgewiesen.

Das früher oft gegen Grippe eingesetzte Virostatikum namens Amantadin gehört nicht zu den Neuraminidasehemmern, sondern zu den zyklischen Aminen und ist nur gegen Influenza-A-Virusinfektionen wirksam. Amantadin kann die Dauer von Fieber um einen Tag verkürzen. Gegen Grippe kommt dieses Mittel allerdings heute praktisch nicht mehr zum Einsatz, denn: Zum einen verursacht die Therapie mit Amantadin nicht unerhebliche Nebenwirkungen (z.B. Durchfall, Depression, epileptische Anfälle), zum anderen entwickeln die Grippeviren schnell eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen den Wirkstoff.

Antibiotika

Bei virusbedingten akuten Atemwegsinfektionen wie der Grippe (Influenza) ist eine Therapie mit Antibiotika nur von geringem oder völlig ohne Nutzen. Liegt neben der Virusgrippe allerdings zusätzlich eine bakterielle Infektion (sog. Zweitinfektion oder Superinfektion) vor, ist es notwendig, diese entsprechend mit Antibiotika zu behandeln. 

Vor allem wenn im Verlauf der Grippe Komplikationen wie eine bakterielle Lungenentzündung auftreten, macht dies eine unverzügliche Behandlung mit Antibiotika nötig.

Sonstige Medikamente

Bei einer leicht verlaufenden Grippe können Sie auf Mittel gegen Viren oder sonstige verschreibungspflichtige Medikamente verzichten und  zur Therapie auf andere Mittel zurückgreifen: So können Sie die Symptome der Grippe durch schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente (z.B. Mittel, die Acetylsalicylsäure enthalten) behandeln. Neben den Schmerzmitteln können je nach Symptomatik der Influenza auch Hustensäfte und Nasentropfen sinnvoll sein. Außerdem können bei Grippe auch verschiedene Hausmittel oder allgemeine Maßnahmen gegen die Beschwerden helfen.

Behandlung bei Kindern

Die bei Erwachsenen gegen Grippe eingesetzte Therapie unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von der Behandlung bei Kindern: Kinder mit Virus-Infekten wie einer Influenza dürfen keinesfalls Salicylate (wie ASS o.Ä.) erhalten, da sie hierdurch ein Reye-Syndrom entwickeln können.

Das Reye-Syndrom ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, in deren Verlauf es zu Hirn- und Leberschäden kommt. Während man die Erkrankung im Frühstadium noch heilen kann, führt sie voll entwickelt in etwa 70 Prozent der Fälle zum Tod. Wenn Ihr Kind dauerhaft Salicylate einnimmt, ist es deshalb wichtig, dass Sie es regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Allgemeine Empfehlungen

Bei einer Grippe können Sie die Therapie unterstützen, indem Sie ein paar allgemeine Empfehlungen beachten: So sind in der akuten Phase der Influenza zusätzlich zur medikamentösen Behandlung dringend einige Tage Bettruhe ratsam. Auch nach der akuten Erkrankungsphase ist es wichtig, sich körperlich zu schonen – das bedeutet vor allem, dass Sie die Grippe völlig auskurieren sollten, bevor Sie wieder Sport treiben.

Ein bei Grippe hilfreiches Hausmittel besteht darin, mit Kamille oder Salzlösungen zu inhalieren – dies ist gut für die Atemwege. Durch Gurgeln und heiße Getränke können Sie eine mögliche Rachenentzündung (Pharyngitis) lindern. Bei Entzündungen und vor allem bei Fieber ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken (pro Tag mindestens zwei bis drei Liter Wasser, Früchtetee und/oder Fruchtsäfte), da der Körper während der Krankheit viel Flüssigkeit verliert. Weitere allgemeine Empfehlungen bei Influenza lauten, auf Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee zu verzichten.



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