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Granuloma inguinale (Donovanosis)

Stand: 21. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Granuloma inguinale (Donovanosis oder Granuloma venerum) ist eine infektiöse Geschlechtskrankheit. Die Erkrankung äußert sich durch Geschwüre und Kraterbildung an den Genitalien.

Das Granuloma inguinale kommt weltweit vor. Es tritt vor allem in tropischen und subtropischen Ländern wie Afrika, Mittel- und Südamerika sowie Indien, Südostasien und Nordaustralien auf. Besonders häufig erkranken Menschen in Brasilien und Papua-Neuguinea. Da die Erkrankung oft ignoriert und dadurch nicht behandelt wird, verläuft sie häufig chronisch.

Auslöser der Erkrankung ist das Bakterium Klebsiella granulomatis, welches über sexuellen Kontakt übertragen wird. An seiner Eintrittsstelle in der Genitalregion bildet sich ein schmerzloses Knötchen, das später zerfällt. Mediziner nennen diese Pustel "Primäraffekt". Um den Primäraffekt herum bilden sich Geschwüre, die langsam weiter wachsen und kann im Endstadium mitunter zu Verstümmelungen führen. Schmerzen treten in der Regel erst auf, wenn sich diese Hautveränderungen entzünden, weil sie durch weitere Bakterien besiedelt werden. Der Arzt spricht dann von einer bakteriellen Superinfektion. Dann können sich auch Abszesse bilden – also Hohlräume im Gewebe, in denen sich Eiter ansammelt. Wird das Gewebe infolge weiterer Infektionen immer weiter zerstört, kann das Granuloma inguinale unbehandelt tödlich sein.

Die Infektion betrifft neben den äußeren Genitalien häufig auch die Leisten- und Analgegend. Die Inkubationszeit, das heißt die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt wenige Tage bis zu zwölf Wochen.

Bei Männern tritt die Donovanosis etwa doppelt so häufig auf wie bei Frauen. In Deutschland kommt das Granuloma inguinale nur selten vor, genaue Erkrankungszahlen liegen nicht vor. Selten werden Infektionen durch Reisende aus Gebieten, in denen das Granuloma inguinale häufig vorkommt, oder durch Einwanderer nach Deutschland gebracht.

Um eine Donovanosis festzustellen, entnimmt der Arzt einen Abstrich oder eine Gewebeprobe (Biopsie) der Wunden. Darin kann er den Erreger Klebsiella granulomatis direkt nachweisen. Die Behandlung des Granuloma inguinale erfolgt mit Antibiotika. Bei frühzeitigem Therapiebeginn heilt die Erkrankung narbenlos ab.

Da das Granuloma inguinale (Donovanosis) durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, sollte unbedingt auf "safer sex" mit Kondomen, insbesondere in den Hochrisikogebieten, geachtet werden.

Weiterlesen: Granuloma inguinale (Donovanosis): Definition

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