Granuloma inguinale: Geschwüre im Genitalbereich

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. März 2016)

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Granuloma inguinale (auch: Donovanosis, Granuloma venereum) ist eine infektiöse Geschlechtskrankheit. Typisch für diese Erkrankung sind Geschwüre an den Genitalien und im Analbereich.

Das Granuloma inguinale kommt weltweit vor. Es tritt vor allem in tropischen und subtropischen Ländern auf, wie:

  • Afrika
  • Mittel- und Südamerika
  • Indien
  • Südostasien
  • Nordaustralien

Besonders häufig erkranken Menschen in Brasilien und Papua-Neuguinea. In Deutschland ist das Granuloma inguinale hingegen selten, genaue Erkrankungszahlen liegen nicht vor. Die Donovanosis-Fälle hierzulande sind meist durch Reisen in Gebiete bedingt, in denen das Granuloma inguinale häufig vorkommt,  oder aber die Erkrankungen werden durch Einwanderer nach Deutschland gebracht. Bei Männern tritt die Donovanosis etwa doppelt so häufig auf wie bei Frauen.

Auslöser der Erkrankung ist das Bakterium Klebsiella granulomatis, welches über sexuellen Kontakt übertragen wird. Dort, wo das Bakterium in den Körper eindringt (z.B. an Vulva oder Penis), bildet sich ein schmerzloses Knötchen, das nach gewisser Zeit verschwindet oder geschwürig zerfällt. Mediziner bezeichnen diese Hautveränderung als "Primäraffekt". In der Regel entsteht der Primäraffekt wenige Tage bis zu zwölf Wochen nach der Infektion (Inkubationszeit). Die Infektion betrifft neben den äußeren Genitalien häufig auch die Leistengegend und den Analbereich.

Im weiteren Verlauf bilden sich im Bereich des Primäraffekts kraterförmige Geschwüre, die langsam weiter wachsen und dadurch immer mehr gesundes Haut- und Bindegewebe schädigen. Schmerzen treten in der Regel erst auf, wenn sich die Hautveränderungen entzünden, weil sie durch weitere Bakterien besiedelt werden. Der Arzt spricht dann von einer bakteriellen Superinfektion. Dabei können sich zum Beispiel Abszesse bilden – also Hohlräume im Gewebe, in denen sich Eiter ansammelt.

Da die Erkrankung oft nicht erkannt und folglich auch nicht behandelt wird, verläuft sie häufig chronisch.

Um eine Granuloma inguinale festzustellen, macht der Arzt einen Abstrich oder entnimmt eine Gewebeprobe (Biopsie) der Wunden. Laborärzte oder Mikrobiologen können den Erreger Klebsiella granulomatis darin dann direkt nachweisen.

Die Behandlung des Granuloma inguinale erfolgt mit Antibiotika. Bei frühzeitigem Therapiebeginn heilt die Erkrankung narbenlos ab.

Da das Granuloma inguinale durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, besteht eine gute Möglichkeit, sich vor dieser Erkrankung zu schützen: Safer Sex mit Kondomen, insbesondere in den Hochrisikogebieten, verringert nicht nur das Erkrankungsrisiko, sondern schützt darüber hinaus auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (z.B. Syphilis, Gonorrhoe, AIDS).


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