Gonarthrose (Arthrose im Knie): Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. Juli 2015)

Eine bereits bestehende Gonarthrose ist nicht heilbar: Ein abgenutzter Gelenkknorpel kann sich aufgrund seiner schlechten Durchblutung nicht regenerieren. Daher besteht die Therapie der Gonarthrose in erster Linie daraus, die Knieschmerzen zu reduzieren und den weiteren Knorpelabrieb hinauszuzögern.

In aller Regel erfolgt die Behandlung der Kniearthrose zunächst mit sogenannten konservativen Maßnahmen – das heißt ohne zu operieren.

Erst wenn die konservative Therapie keinen Erfolg zeigt und der Betroffene nach wie vor unter Kniebeschwerden leidet, kommt bei einer Gonarthrose eine Operation infrage.

Konservative Therapie

Für die nicht-operative Behandlung der Kniearthrose stehen viele verschiedene Verfahren zur Verfügung – dazu zählen etwa

  • allgemeine Maßnahmen (z.B. Gewichtsreduktion und gelenkschonendes Verhalten im Alltag),
  • physikalische Maßnahmen,
  • orthopädische Hilfsmittel
  • sowie bestimmte Medikamente.

Für welche Behandlung sich der Arzt und der Patient letztendlich entscheiden, ist individuell verschieden und hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel vom Ausmaß der Gonarthrose, den Ursachen, den Symptomen und dem Alter des Patienten.

Bei einer Kniearthrose gibt es also keine allgemein richtige oder falsche Therapie – die Behandlung muss immer individuell auf den Patienten abgestimmt sein.


Physikalische Maßnahmen

Studien haben gezeigt, dass verschiedene physikalische Behandlungen dazu beitragen können, die Schmerzen bei einer Gonarthrose zu lindern und die Funktion des Kniegelenks zu verbessern. Dazu zählen


Orthopädische Hilfsmittel

Es gibt verschiedene orthopädische Verfahren, die das betroffene Kniegelenk entlasten und so die Knieschmerzen lindern können. Hierzu gehören unter anderem

  • Pufferabsätze zur Dämpfung,
  • eine Schuhaußenrand- beziehungsweise Schuhinnenranderhöhung (bei X- oder O-Beinen),
  • Gehstöcke oder Unterarmgehstützen
  • und Knieorthesen (speziellen Schienen, die das Knie stabilisieren).


Medikamente

Es steht eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, die bei einer Gonarthrose helfen sollen. Die Medikamente lassen sich in unterschiedliche Gruppen einteilen:

  • Schmerzmittel (Analgetika): Im Anfangsstadium einer Kniearthrose werden zur Behandlung häufig Schmerzmittel eingesetzt, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Paracetamol.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Bei diesen Medikamenten handelt es sich um Schmerztabletten oder -gels mit zusätzlicher entzündungshemmender Wirkung – sie enthalten zum Beispiel die Wirkstoffe Diclofenac oder Ibuprofen.
  • Chondroitin, Glucosamin: Diese sogenannten Chondroprotektiva sollen den Knorpelstoffwechsel verbessern und so schmerz- und entzündungshemmend wirken. Die Studienergebnisse dazu sind zwar teils widersprüchlich, nach derzeitigem Forschungsstand geht man allerdings davon aus, dass sie zumindest bei einer leichten Gonarthrose die Symptome lindern können.
  • Hyaluronsäure: Damit die Kniegelenke reibungslos funktionieren, ist Hyaluronsäure notwendig. Menschen mit einer Kniearthrose haben eine niedrigere Konzentration von Hyaluronsäure in ihrem Gelenk als Menschen ohne eine Gonarthrose. Zur Behandlung einer leichten Kniearthrose spritzen Ärzte häufig Hyaluronsäure ins Kniegelenk, um die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu steigern. Allerdings sind diese Verbesserungen wahrscheinlich meist nur von kurzer Dauer – wie sich eine Therapie mit Hyaluronsäure langfristig auswirkt, muss durch weitere Studien näher belegt werden.

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