Gonarthrose (Arthrose im Knie): Definition

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. Juli 2015)

Als Gonarthrose bezeichnet man den degenerativen Verschleiß des Knorpels im Kniegelenk, wovon auch die angrenzenden Ober- und Unterschenkelknochen sowie die Kniescheibe betroffen sein können.

Ein gesunder Gelenkknorpel dient als eine Art “Puffer” – er dämpft Belastungen ab und sorgt dafür, dass die Knochenenden in einem Gelenk nicht direkt aneinander reiben. Ein gewisser Knorpelverschleiß ist normal und gehört zum Alterungsprozess dazu – wenn sich das Knorpelgewebe im Knie allerdings aufgrund verschiedener Ursachen übermäßig stark abnutzt, spricht man von einer Gonarthrose.

Auch wenn es ähnlich klingt: Eine Kniearthrose darf nicht mit einer Arthritis im Kniegelenk verwechselt werden. Unter einer Arthritis versteht man eine Entzündung eines oder mehrerer Gelenke – eine Arthrose hingegen ist eine nichtentzündliche Erkrankung.

Allerdings kann das abgeriebene Knorpel- und Knochenmaterial im Kniegelenk eine Entzündung der umgebenden Gelenkhaut verursachen. Dieses Krankheitsbild nennt man dann aktivierte Gonarthrose.

Gonarthrose ist nicht gleich Gonarthrose
Das Kniegelenk ist das größte und zugleich eines der kompliziertesten Gelenke des menschlichen Körpers. Insgesamt lässt es sich in drei gesonderte Gelenkabschnitte unterteilen: einen äußeren und einen inneren Gelenkabschnitt sowie den Teil zwischen der Rückseite der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen (sog. Kniescheibengelenk). Eine Gonarthrose kann sowohl in allen drei Gelenkteilen gleichzeitig als auch nur in einem Gelenkabschnitt vorkommen.

Je nachdem, welcher Teil des Kniegelenks von der Arthrose betroffen ist, lassen sich verschiedene Formen der Gonarthrose unterscheiden.

Verschiedene Formen der Gonarthrose

BezeichnungBetroffene Gelenkabschnitte
Pangonarthrose Verschleiß in allen drei Gelenkabschnitten
mediale Gonarthrose Verschleiß des inneren Gelenkabschnitts
laterale Gonarthrose Verschleiß des äußeren Gelenkabschnitts
Retropatellararthrose Verschleiß des Kniescheibengelenks

Tritt die Kniearthrose im Zusammenhang mit einer Valgustellung im Knie (X-Beine) auf, spricht man auch von einer sogenannten Valgusgonarthrose. Geht die Arthrose im Knie mit einer Varusstellung (O-Beine) einher, ist von einer Varusgonarthrose die Rede.

 
Die verschiedenen Schweregrade einer Gonarthrose

Je nachdem, wie stark das Kniegelenk verschlissen ist, lässt sich die Gonarthrose anhand von Röntgenaufnahmen in vier verschiedene Schweregrade einteilen:

Gonarthrose Grad 1: Am Rand der Gelenkknochen haben sich minimale Knochenauswüchse gebildet – zum Beispiel an der Kniescheibe oder zwischen den Schienbeingelenkhöckern. In der Regel führt die Gonarthrose in diesem Stadium noch nicht zu Beschwerden.

Gonarthrose Grad 2: Im Röntgenbild lassen sich definitiv Knochenauswüchse nachweisen. Der Knochen reagiert damit auf die Mehrbelastung im Gelenk und versucht, den Druck auf eine größere Fläche zu verteilen. Der Gelenkspalt ist möglicherweise schon leicht verschmälert.

Gonarthrose Grad 3: An der Kniescheibe sowie am Rand des Oberschenkel- und Unterschenkelknochens haben sich mehrere knöcherne Ausläufer gebildet. Durch die steigende Belastung hat sich das Knochengewebe unter der Knorpelschicht sichtbar verdickt. Im Röntgenbild ist eine Gelenkspaltverengung zu erkennen.

Gonarthrose Grad 4: Im Endstadium der Kniearthrose kann man im Röntgenbild eine deutliche Gelenkspaltverengung erkennen. Der Gelenkknorpel ist an manchen Stellen komplett abgenutzt. Die umliegenden Gelenkknochen weisen deutliche Schäden auf. 

Der Grad der Gelenkknorpelschädigung deckt sich zwar meist mit dem entsprechenden Beschwerdebild der Betroffenen, es kann allerdings auch abweichen. So haben manche Personen mit einer leichten Gonarthrose bereits starke Knieschmerzen, während andere mit fortgeschrittener Kniearthrose kaum Beschwerden haben.

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