Glioblastom, Astrozytom: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Januar 2016)

Das Astrozytom gehört – wie auch das Glioblastom – zu den Gliomen, deren Therapie aus drei verschiedenen Bereichen bestehen kann:

Das jeweilige Vorgehen richtet sich nach der Beschaffenheit des Tumors (WHO-Grad) und zusätzlichen Faktoren, wie dem körperlichen Allgemeinbefinden des Erkrankten, seinem Alter oder bestehenden Symptomen (z.B. Lähmungen oder Sprachstörungen).

Bei einem Astrozytom liegt das Ziel der Therapie darin, den Tumor möglichst komplett operativ zu entfernen oder – wenn dies nicht möglich ist – zumindest die Größe des Tumors zu verringern.

Insbesondere bei aggressiven Gliomen mit ungünstiger Prognose, wie dem Glioblastom, ist während der Therapie auch eine psychisch unterstützende Begleitung der Betroffenen wichtig.

Medikamentöse Behandlung

Vor einer Operation des Astrozytoms ist eine Therapie mit Kortisonpräparaten (Dexamethason) nötig. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass das angeschwollene Hirngewebe (Ödem) um den Tumor wieder abschwillt. Der Arzt kann das Kortison auch während einer Strahlentherapie verabreichen, da diese Behandlungsmethode ein Ödem zunächst verstärken kann. Viele Personen, die an einem Astrozytom oder Gliobastom erkrankt sind, leiden an epileptischen Anfällen (sog. Krampfanfälle). Daher ist es wichtig, weiteren Anfällen mit Antiepileptika vorzubeugen.

Operation

Eine Operation verfolgt beim Astrozytom und Glioblastom meist zwei Ziele: Zum einen stellt sie die Therapie dieses Hirntumors dar, zum anderen bietet sie dem Pathologen die Möglichkeit, das entfernte Tumorgewebe unter dem Mikroskop genauer zu untersuchen. Damit kann er zum Beispiel feststellen, ob der Neurochirurg den Tumor komplett entfernen konnte. Außerdem ermöglicht die mikroskopische Untersuchung der Zellen die genaue WHO-Gradeinteilung des Tumors.

Sogenannte pilozytische Astrozytome (Grad I) lassen sich meist vollständig operativ entfernen und haben eine günstige Prognose. Auch bei Astrozytomen Grad II ist die Prognose günstig – sofern es gelingt, den Tumor komplett herauszuoperieren. Grad-III- und Grad-IV-Tumoren (wie das Glioblastom) wachsen sehr rasch ins Nachbargewebe ein. Deshalb zielt die Operation in erster Linie darauf ab, die Tumormasse zu verkleinern. Dies soll den Hirndruck vermindern, um so eine Verschlechterung des Zustandes hinauszuzögern. Das verbessert die Bedingungen für die nachfolgende Strahlenbehandlung oder Chemotherapie.

Strahlen- und Chemotherapie

Bei niedriggradigen Astrozytomen (WHO-Grad I und II) erfolgt nach der operativen Tumorentfernung eine Strahlentherapie. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Kontrollaufnahmen im CT (Computertomographie) zeigen, dass Tumorreste im Gehirn verblieben sind und eventuell sogar weiterwachsen. Entsprechend ist die Strahlentherapie auch in solchen Fällen sinnvoll, bei denen der Tumor sich von vornherein nur teilweise operativ entfernen lässt. Personen mit höhergradigen Astrozytomen (WHO-Grad III und IV) erhalten sowohl eine Strahlen- als auch eine Chemotherapie. Dieses Vorgehen ist unabhängig davon, ob und wie viel Tumormasse nach der Operation noch vorhanden ist.

Die Strahlentherapie wird bei Astrozytomen Grad II bis IV (Glioblastom) häufig durch eine Chemotherapie ergänzt. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass das Blutbild des Erkrankten normal ist und keine Störungen oder Erkrankungen der Leber, Nieren und Atemwege sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen.


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