Glioblastom, Astrozytom: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Januar 2016)

Glioblastom und Astrozytom zählen zu den Hirntumoren. Ein Astrozytom ist ein Tumor, der aus Zellen hervorgeht, die im Gehirn das Stützgerüst für die Nervenzellen bilden. Diese Zellen heißen Astrozyten – daher die Bezeichnung Astrozytom. Das Stützgerüst besteht allerdings nicht nur aus Astrozyten, sondern auch aus anderen Zelltypen wie Oligodendrozyten. Im Ganzen bezeichnet man das Stützgewebe auch als Glia. Alle Tumoren, die aus diesem Gewebe hervorgehen, lassen sich daher unter dem Oberbegriff Gliome zusammenfassen. Auch das Glioblastom zählt zu den Gliomen.

Am häufigsten treten Astrozytome im Gehirn in den sogenannten Großhirnhälften auf. Seltener kommen diese Hirntumoren in tieferliegenden Gebieten des Gehirns (in den sog. Basalganglien), im Stammhirn oder im Bereich des Rückenmarks vor.

Wenn Zellen unkontrolliert wachsen und entarten, weisen sie bestimmte Merkmale auf. Anhand dieser Merkmale lassen sie sich von den ursprünglichen, gesunden Zellen unterscheiden: Zellen von ausgeprägter Ähnlichkeit mit gesundem Gewebe bezeichnen Mediziner als gut differenziert. Im Gegensatz dazu ähneln schlecht differenzierte Tumorzellen kaum noch den Ursprungszellen. Diese Zellbeschaffenheit spielt eine wichtige Rolle bei der Einteilung der Gliome – und damit auch der Astrozytome – in die insgesamt vier Tumor-Grade der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Ein schlecht differenziertes Astrozytom wie das Glioblastom hat einen hohen Grad und ist bösartig. Gut differenzierte Astrozytome hingegen haben einen niedrigen WHO-Grad.

Das Astrozytom mit dem niedrigsten WHO-Grad, das pilozytische Astrozytom, kommt typischerweise im Kindes- oder Jugendalter vor. Niedriggradige Astrozytome sind eher bei jüngeren Erwachsenen zu finden, höhergradige Tumoren treten hingegen verstärkt bei älteren Personen auf. Männer sind dabei zweimal häufiger betroffen als Frauen.

Einteilung der Gliome nach WHO-Graden

GradGliom
Grad I WHO pilozytisches Astrozytom
Grad II WHO diffuses Astrozytom oder Oligodendrogliom
Grad III WHO anaplastisches Astrozytom oder anaplastisches Oligodendrogliom
Grad IV WHO Glioblastom

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst