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Gicht: Dauertherapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Juli 2013)

Bei Gicht ist neben der akuten Therapie des Gichtanfalls eine Dauertherapie wichtig, um weitere Gichtanfälle zu verhindern und einen dauerhaften Verlauf (chronische Gicht) zu vermeiden. Dazu ist es nötig, den erhöhten Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) zu senken und auf lange Sicht zu stabilisieren. Das Ziel dieser Gicht-Behandlung besteht darin, Ihren Harnsäurespiegel im Blutplasma auf einen Wert von etwa 5,5 bis 6,5 Milligramm pro Deziliter zu bringen – dann sind Sie gut eingestellt.

Umstellung der Ernährung

Bei der dauerhaften Gicht-Therapie spielt die Umstellung der Ernährung eine wichtige Rolle: Die richtige Ernährung bildet bei Gicht die Grundvoraussetzung dafür, dass die Dauertherapie im Kampf gegen einen zu hohen Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) und somit gegen Gicht erfolgreich ist. Die richtige Diät senkt und stabilisiert den Harnsäurespiegel und beeinflusst den Verlauf der Gicht so günstig, dass Sie bei der Behandlung weniger Medikamente einnehmen oder sogar ganz auf sie verzichten können. Deswegen empfiehlt sich bei Gicht Folgendes:

  • Bauen Sie Übergewicht ab: Wenn Ihr Körpergewicht einem Body-Mass-Index (BMI) von über 25 entspricht, senken Sie es auf einen Wert kleiner als 25. Allein durch diese Maßnahme sinkt der Harnsäurespiegel im Blut. Gehen Sie bei der Gewichtsabnahme aber behutsam vor: Strenges Fasten ist nicht ratsam.
  • Begrenzen Sie den Fettanteil in Ihrer Nahrung so, dass die insgesamt verzehrte Kalorienmenge höchstens zu 30 Prozent aus Fett stammt. Zu viel Nahrungsfett hemmt die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren und erhöht somit die Harnsäurewerte im Blut.
  • Vermeiden Sie purinreiche Nahrungsmittel, zum Beispiel Fleisch wie Innereien, Leber oder Niere. Auch mit dem Verzicht auf gewisse Fischsorten tragen Sie dazu bei, ihren Harnsäurespiegel auf einem unbedenklichen Niveau zu halten. Zur Dauertherapie von Gicht ist es ratsam, höchstens 170 Milligramm Purine pro Tag zu sich zu nehmen (sog. purinarme Kost).
    • Purinreich sind zum Beispiel folgende Lebensmittel: grüne Erbsen, Rinderfilet, Schweineschnitzel, Kalbslende, Brathähnchen, Kalbsleber, Schweineniere, Salami, Forelle, Hering, Schellfisch, Anchovis und Sardellen.
    • Purinfrei oder purinarm sind zum Beispiel: Nudeln (aus Hartweizengrieß), Reis, Haferflocken, Mischbrot, Kartoffeln, Blumenkohl, Karotten, Tomaten, Äpfel, Bananen, Orangensaft, Milchprodukte (Trinkmilch, Buttermilch, Joghurt, Käse), Eier und Zartbitterschokolade.
  • Verzichten Sie möglichst auf Alkohol, da durch Alkohol die Harnsäurekonzentration im Blut ansteigt. Vor allem Alkoholexzesse und auch dauerhafter Alkoholkonsum sind ungünstig, da sie bei Gicht einen erneuten Anfall auslösen können.
  • Trinken Sie viel, mindestens 2 Liter täglich. Empfehlenswert sind Mineralwasser, ungesüßter Kräutertee oder Früchtetee. Neben dieser Flüssigkeitszufuhr können Sie auch bei Gicht Kaffee, schwarzen Tee oder Kakao unbeschwert genießen: Die darin enthaltenen Purine baut der Körper nicht zu Harnsäure um, sodass sie den Harnsäurespiegel nicht negativ beeinflussen.

Von der purinarmen Kost (bei der Sie als Dauertherapie die tägliche Purinzufuhr dauerhaft auf 170 Milligramm Purine begrenzen) zu unterscheiden ist die streng purinarme Kost: Letztere kommt über einen begrenzten Zeitraum zur Gicht-Behandlung infrage. Bei dieser Diät nehmen Sie höchstens 100 Milligramm Purine pro Tag zu sich. Da bei dieser Gicht-Diät aber ein aufwendiger Ernährungsplan nötig ist und die geeigneten Lebensmittel sorgfältig auszuwählen sind, ist diese strenge Einschränkung der Purinzufuhr nur unter stationären Bedingungen zu empfehlen.

Medikamente

Zur dauerhaften Gicht-Therapie erhalten Sie auch Medikamente, die den Harnsäurespiegel dauerhaft senken können. Zur Dauertherapie geeignete Mittel gegen Gicht sind:

  • Urikosurika (z.B. Benzbromaron): Diese Mittel wirken gegen Gicht, indem sie eine vermehrte Ausscheidung der Harnsäure fördern (harnsäuretreibende Medikamente).
  • Urikostatika (z.B. Allopurinol): Diese Medikamente wirken gegen Gicht, indem sie die Bildung der Harnsäure hemmen. Die dadurch vermehrt anfallenden Vorstufen der Harnsäure sind wesentlich besser wasserlöslich und lassen sich einfacher über die Nieren ausscheiden. Allopurinol kann folgende Nebenwirkungen hervorrufen:

Zu Beginn der Gicht-Dauertherapie erhalten Sie womöglich Urikosurika und Urikostatika gleichzeitig. Nach mehreren Monaten ist es möglich, zu einer alleinigen Gicht-Behandlung mit Urikostatika zu wechseln.






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