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Gestose ("Schwangerschafts­vergiftung")

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2015)

© Jupiterimages/PhotoDisc

Der Begriff Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung") umfasst alle Erkrankungen während einer Schwangerschaft, die mit einem erhöhten Blutdruck einhergehen (hypertensive Schwangerschaftserkrankungen). Eine Gestose tritt frühestens in der 20. Schwangerschaftswoche auf. Meist sind Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft betroffen.

Mediziner unterscheiden folgende Typen von Gestosen:

Der Laienbegriff "Schwangerschaftsvergiftung" fasst die unterschiedlichen Formen der Gestose zusammen. "Schwangerschaftsvergiftung" kann sowohl für eine Präeklampsie als auch für eine Eklampsie oder Propfgestose stehen. Die Bezeichnung Schwangerschaftsvergiftung ist verbreitet, jedoch irreführend, da es sich bei diesem Krankheitsbild nicht um eine Vergiftung handelt.

Eine Gestose liegt vor, wenn die Schwangere einen Bluthochdruck hat und über den Urin vermehrt Eiweiß ausscheidet (Proteinurie). Von Bluthochdruck sprechen Mediziner, wenn der erste Messwert (systolischer Blutdruck) mehrmals in Ruhe gemessen höher als 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und / oder der zweite Wert (diastolischer Bludruck) 90 mmHg übersteigt.

Von einer Proteinurie sprechen Ärzte, wenn die Schwangere mehr als 300 Milligramm Eiweiß pro Tag ausscheidet ( gemessen im 24-Stunden-Sammelurin). Die Gestose gehört zu den häufigsten Komplikationen einer Schwangerschaft: Etwa jede 10. bis 20. Schwangere ist von Bluthochdruck betroffen, bei ungefähr 3 bis 5 von 100 Schwangerschaften kommt es zu einer Präeklampsie.

Gestosen kann der Arzt mithilfe der Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft meist rechtzeitig erkennen und behandeln. In einigen sehr schweren Fällen von Gestosen ist es nötig, die Geburt vorzeitig einzuleiten und das Kind zu entbinden. Dies geschieht jedoch nur selten vor der 28. Schwangerschaftswoche – ab diesem Zeitpunkt wäre das Neugeborene in der Regel bereits lebensfähig.

Es gibt einige Risikofaktoren für eine Gestose, dazu zählen unter anderem:

Die genauen Ursachen von Gestosen sind bislang unbekannt. Es gibt jedoch mehrere Hypothesen, die davon ausgehen, dass der Mutterkuchen (Plazenta) eine wichtige Rolle für die Entstehung spielt. Vermutlich beteiligen sich mehrere Faktoren ursächlich an einer Gestose.

Bei der Therapie einer Gestose kontrolliert der Arzt regelmäßig den Blutdruck der Schwangeren; ab einem gewissen Schwellenwert senkt er erhöhte Blutdruckwerte mit Hilfe von Medikamenten. Die Therapie erfolgt meist stationär, also während eines Klinikaufenthaltes. Dort können die Ärzte den Verlauf der Gestose besser beobachten und den Blutdruck mit Medikamenten auf die gewünschten Werte senken.

Gestosen sind auch unter dem missverständlichen Begriff der Schwangerschaftsvergiftung bekannt, es handelt sich jedoch nicht um eine Vergiftung. Manche Experten verwenden den Begriff Gestose zudem synonym mit Präeklampsie.

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