Gestose ("Schwangerschafts­vergiftung"): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2015)

Eine Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung") erfordert eine abgestimmte Therapie, die sich nach Art und Schweregrad der Erkrankung unterscheidet. Neben Medikamenten stellt auch die vorzeitige Entbindung des Kindes eine Behandlungsmöglichkeit dar. Sie kommt in besonders schweren Fällen zum Einsatz und erfolgt meist durch einen Kaiserschnitt. Ziel ist es, zu verhindern, dass sich eine potenziell lebensbedrohliche Eklampsie entwickelt. Ob eine vorzeitige Entbindung im Fall einer Gestose notwendig ist, hängt von ihrer Ausprägung ab.

Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck

Je nachdem, wie stark der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck (Gestationshypertonie) ausgeprägt ist, reicht die Therapie von

  • einer Arbeitsfreistellung über
  • Bettruhe bis zur
  • Einnahme von Medikamenten zur Blutdrucksenkung (Antihypertensiva).

Präeklampsie

Eine Präeklampsie erfordert eine Einweisung ins Krankenhaus. In leichteren Fällen genügen Bettruhe und die sorgfältige Überwachung von Blutdruck, Gewicht und der Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie). Je nach Ausmaß der Proteinurie muss die Schwangere vermehrt Eiweiß aufnehmen. Die Senkung des Blutdrucks mit Medikamenten erfolgt in der Regel ab anhaltenden Blutdruckwerten über 160 mmHg im ersten Wert (systolischer Wert) oder über 110 mmHg im zweiten Wert (diastolischer Wert). Ärzte setzen hierzu Wirkstoffe wie alpha-Methyldopa (bevorzugtes Mittel), Betablocker, Nifedipin und Dihydralazin ein.

Die Verabreichung von Magnesiumsulfat bei einer schweren Präeklampsie kann einem Krampfanfall (Eklampsie) vorbeugen. Schwangere mit Präeklampsie erhalten häufig einen Dauerblasenkatheter, um die Urinausscheidung überwachen zu können.


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