Gestose ("Schwangerschafts­vergiftung"): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2015)

Eine Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung") erfordert eine zeitnahe Diagnose. So lässt sich einem schweren Verlauf vorbeugen. Krampfanfälle in der Schwangerschaft legen den Verdacht einer schweren Gestose, einer sogenannten Eklampsie, nahe. Um die Diagnose zu erheben und zu festigen, sind folgende Untersuchungen notwendig:

  • Blutdruckmessung, mindestens zweimal im Abstand von 6 Stunden, u.U. auch stündlich
  • Urinuntersuchung: Konzentration an Eiweiß
  • Blutuntersuchung; insbesondere Leberwerte, Nierenwerte, Gerinnungsparameter (z.B. Zahl der Blutplättchen) und weitere Werte
  • Ultraschalluntersuchung: Kontrolle des Gesundheitszustands des Kindes, Überwachung der Größenentwicklung des Ungeborenen entsprechend der Schwangerschaftswoche, Beurteilung der Funktion des Mutterkuchens (Plazenta)

Blutdruckmessung

Der Blutdruck muss zweimal im Abstand von etwa vier bis sechs Stunden unter Ruhebedingungen gemessen werden. Für eine Gestose spricht, wenn:

  • entweder der obere, systolische Wert mehr als 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) beträgt
  • oder der zweite (diastolische) Wert über 90 mmHg
  • und dies in beiden Messungen der Fall ist.

Auch ein einmalig gemessener Blutdruck von mindestens 160 zu 100 mmHg kann aussagekräftig sein.

In manchen Situationen ist es sinnvoll, den Blutdruck über 24 Stunden in engen Abständen zu messen. Dies geschieht mit einem mobilen Blutdruckmessgerät. Ein solches 24-Stunden-Blutdruckmonitoring eignet sich zum Beispiel, wenn der Arzt vermutet, dass die Schwangere durch den Arztbesuch sehr aufgeregt ist und dies der Grund für die Blutdruckerhöhung ist (sogenannter Weißkittel-Effekt). In diesem Fall normalisiert sich der Blutdruck, sobald die Aufregung nachlässt.

Wenn eine Schwangere erhöhten Blutdruck hat und nicht in einer Klinik betreut werden muss, bietet sich im weiteren Verlauf die Eigenkontrolle des Blutdrucks an: Neben den Messungen beim Arzt kontrolliert die werdende Mutter ihre Werte zu Hause selbst. Hierzu eignen sich vor allem zertifizierte Geräte für den Oberarm. In einem Protokoll können die gemessenen Werte in Form eines Tagesprofils notiert werden.


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