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Gestose ("Schwangerschafts­vergiftung"): Präeklampsie

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (17. Januar 2013)

Typische Kennzeichen einer Präeklampsie sind laut Definition zu hohe Blutdruckwerte (Hypertonie) und eine vermehrte Ausscheidung von Eiweiß mit dem Urin (Proteinurie). Der Blutdruck steigt über den Grenzwert von 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), und im Urin finden sich über einen Zeitraum von 24 Stunden gemessen (Sammelurin) mehr als 300 Milligramm Eiweiß. Nach mancher Definition werden die Begriffe Präeklampsie und Gestose als Synonyme gebraucht.

Zusätzlich können sich Wassereinlagerungen in Händen, Füßen oder Gesicht (Ödeme) bilden. Eine Präeklampsie kann in schweren Fällen schwangerschaftsbedingten Krämpfen (Eklampsie) vorausgehen. Die Präeklampsie betrifft etwa eine von zwanzig Schwangeren, das entspricht fünf Prozent aller Schwangeren.

Eine Präeklampsie kann auch dann vorliegen, wenn die Proteinurie fehlt, dafür aber zumindest eines der folgenden Kriterien erstmals nach der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) zutrifft:

  • Der Fötus wächst zu langsam, er ist zu klein für die entsprechende SSW.
  • Die Leber ist in Mitleidenschaft gezogen.
  • Die Nierenfunktion ist gestört.
  • Es treten neurologische Probleme auf.
  • Die Blutwerte zeigen Auffälligkeiten.

Ferner gibt es eine schwere Präeklampsie. Sie liegt vor, wenn zusätzlich zu den genannten Kriterien eines der folgenden erfüllt wird:

  • Die Funktion der Niere ist stärker eingeschränkt: Die Betroffene scheidet weniger als 500 Milliliter Urin pro 24 Stunden aus oder der sog. Kreatininwert im Sammelurin steigt über den Wert von 0,9 Gramm pro Liter.
  • Die Leberbeteiligung führt zu Schmerzen im Bereich des Oberbauchs und erhöhten Werten bestimmter Leberenzyme (Transaminasen).
  • Die Zahl der Blutplättchen ist erniedrigt (Thrombozytopenie) und es finden sich Zeichen einer Auflösung roter Blutkörperchen (Hämolyse).
  • Die Betroffene leidet unter schweren Kopfschmerzen und beklagt Sehstörungen.
  • Die Blutdruckwerte sind höher als 170 zu 110 mmHg.
  • Die Eiweißausscheidung beträgt mehr als 5 Gramm in 24 Stunden.

Proteinurie

Eine Proteinurie liegt vor, wenn mehr als 300 Milligramm Eiweiß pro Tag mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Messung erfolgt im 24-Stunden-Sammelurin. Die Proteinurie ist Zeichen einer Nierenfunktionsstörung.






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