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Gestose ("Schwangerschafts­vergiftung"): Präeklampsie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2015)

Typische Kennzeichen einer Präeklampsie sind laut Definition:

  • zu hohe Blutdruckwerte (Hypertonie: der Blutdruck steigt über den Grenzwert von 140 zu 90 mmHg) und
  • eine vermehrte Ausscheidung von Eiweiß mit dem Urin (Proteinurie: im Urin finden sich über einen Zeitraum von 24 Stunden gemessen (Sammelurin) mehr als 300 Milligramm Eiweiß).
  • Zusätzlich können sich Wassereinlagerungen (Ödeme) bilden, die vor allem an Händen, Füßen oder im Gesicht sichtbar sind.

Eine Präeklampsie kann in schweren Fällen schwangerschaftsbedingten Krämpfen (Eklampsie) vorausgehen. Die Präeklampsie betrifft etwa 3 bis 5 von 100 Schwangeren. In einigen Definitionen werden die Begriffe Präeklampsie und Gestose synonym gebraucht.

Eine Präeklampsie kann auch dann vorliegen, wenn die Proteinurie fehlt, dafür aber zumindest eines der folgenden Kriterien erstmals nach der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) zutrifft:

  • Der Fötus wächst zu langsam, er ist zu klein für die entsprechende SSW.
  • Die Leber ist in Mitleidenschaft gezogen.
  • Die Nierenfunktion ist gestört.
  • Es treten neurologische Probleme auf, z.B. in Form von Sehstörungen oder Kopfschmerzen.
  • Die Blutwerte zeigen Auffälligkeiten.

Eine schwere Präeklampsie liegt vor, wenn zusätzlich zu den Kriterien einer Präeklampsie mindestens eines der folgenden erfüllt wird:

  • Die Funktion der Niere ist stärker eingeschränkt: Die Schwangere scheidet weniger als 400 Milliliter Urin pro 24 Stunden aus oder der sog. Kreatininwert im Sammelurin steigt über den Wert von 0,9 Gramm pro Liter.
  • Die Leberbeteiligung führt zu Schmerzen im Oberbauch und erhöhten Werten bestimmter Leberenzyme (Transaminasen).
  • Die Zahl der Blutplättchen ist erniedrigt (Thrombozytopenie) und es finden sich Zeichen einer Auflösung roter Blutkörperchen (Hämolyse).
  • Die Betroffene leidet unter starken Kopfschmerzen und beklagt Sehstörungen.
  • Die Blutdruckwerte sind höher als 160 zu 110 mmHg.
  • Die Eiweißausscheidung beträgt mehr als 5 Gramm in 24 Stunden.

Proteinurie

Eine Proteinurie liegt vor, wenn mehr als 300 Milligramm Eiweiß pro Tag mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Messung erfolgt im 24-Stunden-Sammelurin. Die Proteinurie weist auf eine Nierenfunktionsstörung hin.



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