Gestose ("Schwangerschafts­vergiftung"): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. August 2015)

Im Lauf der Zeit hat sich die Definition einer Gestose mehrfach geändert. Früher umfasste eine Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung") alle Erkrankungen, die durch eine Schwangerschaft ausgelöst oder verstärkt wurden. Schwangerschaftserkrankungen wurden eingeteilt in Frühgestosen (Morgenübelkeit, übermäßiges Schwangerschaftserbrechen) und Spätgestosen (Bluthochdruck, Präeklampsie).

Nach mancher Definition steht der Begriff "Gestose" auch als Synonym für die sogenannte Präeklampsie, eine Unterform der Schwangerschaftserkrankungen, die zu hohem Blutdruck, vermehrter Eiweißaussscheidung im Urin und Wasseransammlungen (Ödemen) im Gewebe führt.

Aufgrund der typischen Symptome wie Ödemen (engl. Edema), einer erhöhten Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und Bluthochdruck (Hypertonie) war früher auch der Begriff EPH-Gestose gängig.

Mittlerweile umfasst der Begriff Gestose die sogenannten hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen (ehemals Spätgestosen), also Krankheiten, die bedingt durch die Schwangerschaft entstehen oder verstärkt werden und gleichzeitig mit Bluthochdruck einhergehen.

Bluthochdruck liegt vor, wenn der erste Messwert (sogenannter systolischer Druck) bei wiederholter Messung in Ruhe höher als 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und / oder der zweite, sogenannte diastolische Wert, höher als 90 mmHg ist. 

Man unterscheidet folgende Formen der Gestose:

Schwangerschaftsvergiftung

Häufig wird für eine Gestose der missverständliche Begriff Schwangerschaftsvergiftung verwendet. Allerdings ist die Bezeichnung Schwangerschaftsvergiftung irreführend, da es sich bei keiner der Gestose-Formen um eine Vergiftung handelt.


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