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Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Chlamydien sind Bakterien, die abhängig von ihrer Art ganz verschiedene Erkrankungen hervorrufen können. Die meisten denken bei "Chlamydien-Infektion" jedoch an die Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane durch Chlamydia trachomatis – eine der weltweit häufigsten Geschlechtskrankheiten.
Für den Menschen sind vor allem drei Chlamydien-Arten von Bedeutung:
Von Chlamydia trachomatis gibt es drei Untergruppen, sogenannte Serotypen. Die Serotypen D-K sind die Ursache für eine der weltweit (auch in Deutschland) häufigsten Geschlechtskrankheiten und äußern sich bei Männern und Frauen in einer Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane.
Häufig sind die anfänglichen Beschwerden, wie Ausfluss oder Brennen und Jucken beim Wasserlassen, so schwach ausgeprägt, dass sie kaum bemerkt werden. Viele Betroffene wissen deshalb oft gar nicht, dass sie infiziert sind und verbreiten die Chlamydien unbemerkt weiter. Durch Chlamydien kann es jedoch zu Komplikationen wie Unfruchtbarkeit oder einer reaktiven Arthritis kommen – eine Infektion sollte deshalb behandelt werden.
Abhängig von den sexuellen Gewohnheiten können die Chlamydien auch zu Entzündungen im Anal- oder Rachenbereich sowie zu Bindehautentzündungen (z.B. durch Übertragung der Erreger im Badewasser) führen. Die Übertragung der Chlamydien erfolgt über ungeschützten Geschlechtsverkehr und über Schmierinfektionen.
| Eine Chlamydien-Infektion lässt sich im Allgemeinen mit Antibiotika gut behandeln. Bei einer durch Chlamydien verursachten Geschlechtskrankheit sollten sich unbedingt auch die Sexualpartner mitbehandeln lassen, um einen Ping-Pong-Effekt zu vermeiden. |
Von den beiden weiteren Untergruppen führen die Serotypen A-C vor allem in Ägypten, China und Indien zu chronischen Binde- und Hornhautentzündungen des Auges und sind weltweit eine der häufigsten Ursachen für Erblindungen. Zu einer Übertragung der Chlamydien kommt es durch Schmierinfektionen (Hand/Auge).
Die Serotypen L1-L3 von Chlamydia trachomatis rufen ebenfalls eine Geschlechtskrankheit vor – das sog. Lymphogranuloma venereum. Diese Erkrankung kommt vor allem in Afrika und Asien vor und äußert sich u.a. durch geschwürige Veränderungen im Genitalbereich und schmerzhaft geschwollene Lymphknoten. Zu einer Ansteckung kommt es auch bei dieser Geschlechtskrankheit über ungeschützten Geschlechtsverkehr. Je nach sexuellen Praktiken können die Erreger auch zu Symptomen im Anal- oder Rachenbereich führen.
Die Chlamydien-Art Chlamydophila pneumoniae führt dagegen zu einer Atemwegsinfektion und geht zum Beispiel oft mit Reizhusten einher. Eine Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion, also über Niesen, Husten oder Küssen. Atemwegsinfekte durch Chlamydophila pneumoniae sind weltweit verbreitet.
Chlamydophila psittaci ruft grippeähnlichen Beschwerden hervor. Durch diese Chlamydien erkranken in der Regel vor allem Vögel, manchmal stecken sich jedoch auch Menschen bei infizierten Vögeln an. Die Betroffenen haben meist beruflich oder privat viel mit Vogelhaltung zu tun. Die Erreger findet man im Vogelkot, in den Federn und auch in den Atemwegen (Tröpfcheninfektion) der infizierten Tiere. Insgesamt sind Erkrankungen durch Chlamydophila psittaci in Deutschland jedoch eher selten.
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