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AIDS und HIV-Infektion

AIDS und HIV-Infektion: Vorbeugen

Stand: 27. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Um einer HIV-Infektion und der Immunschwäche AIDS vorbeugen zu können, muss eine gute Aufklärung gewährleistet sein. Daher kommt der AIDS-Beratung und AIDS-Aufklärung eine wichtige Rolle zu. Obwohl AIDS bereits seit fast 30 Jahren bekannt ist, zeigen sich in der Bevölkerung weiterhin große Lücken, was das Wissen über Risiken und eine HIV-Übertragung betrifft.

Umgang mit erwachsenen HIV-Infizierten

HIV wird nur über Blut, Sperma und Scheidensekret übertragen. Eine sogenannte Tröpfcheninfektion wie bei Erkältungskrankheiten findet nicht statt. Daher ist das Ansteckungsrisiko im alltäglichen Umgang mit AIDS-Erkrankten oder HIV-Infizierten sehr gering:

  • Jeder soziale Kontakt in Beruf und Privatleben mit Händereichen, Umarmen und Ähnlichem ist völlig unbedenklich.
  • Auch das gemeinsame Benutzen von Besteck, Geschirr, Gläsern, Toiletten oder Handtüchern ist unbedenklich.
  • Es gibt keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Infektionsrisiko für Menschen, die mit einer infizierten Person im selben Haushalt leben. Dabei sollte man natürlich gewisse Vorsichtsmaßnahmen einhalten und zum Beispiel Zahnbürste oder Rasierer nicht gemeinsam benutzen, da über kleinere Verletzungen beim Zähneputzen und Rasieren ein niedriges Infektionsrisiko besteht.

Ein Ansteckungsrisiko bergen hingegen intime Beziehungen – gleichgültig ob hetero- oder homosexueller Art. Grundlage eines effektiven Schutzes vor einer HIV-Infektion und AIDS ist die konsequente Anwendung von Safer Sex.

Safer Sex – Kondome schützen

Die Grundregeln für Safer Sex sind ganz einfach: Blut, Sperma oder Scheidenflüssigkeit (sog. Vaginalsekret) dürfen nicht auf verletzte, offene Hautstellen oder auf die Schleimhäute des Sexualpartners gelangen. Beim Anal- oder Vaginalverkehr müssen deshalb Kondome verwendet werden. Ohne Kondom besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da beim Geschlechtsverkehr auch immer kleine Verletzungen entstehen können. Beim Oralverkehr ist wichtig, dass weder Sperma noch Vaginalsekret auf die Mundschleimhaut, Zunge oder Lippen gelangen. Werden diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet, ist der Geschlechtsverkehr unbedenklich. Küssen ist ungefährlich.

Kondome gehören bei jungen Leuten mittlerweile zu den selbstverständlichen Verhütungsmitteln. Unter 16- bis 44-jährigen Alleinlebenden äußerte im Jahr 2010 nur noch etwa jeder Zehnte einen "körperlichen Widerwillen" gegen Kondome – im Jahr 1989 war es etwa jeder Fünfte. Diese höhere Akzeptanz der Kondome bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Immer mehr Menschen schützen sich mit ihnen vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Im Jahr 2009 gaben sieben von zehn Personen aus der Gruppe der 16-bis 20-Jährigen an, Kondome zu besitzen; unter den sexuell Aktiven waren es sogar acht von zehn. Noch wichtiger als die reine Absicht, Safer Sex zu praktizieren, ist Kondome auch tatsächlich zu verwenden. In den Jahren 2004 bis 2009 stieg der Anteil der 16- bis 20-jährigen sexuell Aktiven, die immer oder häufig Kondome verwenden, von 61 Prozent auf 70 Prozent.

Auch in neuen Beziehungen spielt Safer Sex eine große Rolle: 2010 nutzten 85 Prozent der Männer und 89 Prozent der Frauen am Beginn einer neuen Beziehung Kondome.

Weiterlesen: AIDS und HIV-Infektion: Vorbeugen – Umgang mit HIV-infizierten Kindern

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