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Gerstenkorn (Hordeolum)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (20. Juli 2012)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei einem Gerstenkorn (Hordeolum) sind die Schweißdrüsen am Augenlid oder eine Talgdrüse im Lidinneren akut eitrig entzündet. Das betroffene Augenlid ist gerötet und geschwollen; die Schwellung schmerzt bei Druck. Nachfolgend entsteht eine kleine Eiteransammlung, die einem Pickel ähnelt.

Das Gerstenkorn am Auge hat seine Ursache in einer Infektion mit Bakterien: Meistens sind Staphylokokken für die Entzündung am Augenlid verantwortlich. Wer ein geschwächtes Immunsystem oder einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hat, neigt eher dazu, Gerstenkörner zu entwickeln. Außerdem können mangelnde Hygiene und unsachgemäße Augenpflege ein Hordeolum begünstigen.

Je nachdem, welche Liddrüsen im Auge entzündet sind, unterscheidet man beim Gerstenkorn zwei Formen: Beim Hordeolum internum (inneres Gerstenkorn) sind Liddrüsen an der Innenseite des Augenlids entzündet – dabei kann auch die Bindehaut in Mitleidenschaft gezogen sein. Unter Umständen ist das innere Gerstenkorn nicht deutlich zu sehen. Beim Hordeolum externum (äußeres Gerstenkorn) sind die Symptome hingegen (im Bereich der Lidkante oder der Wimpern) deutlich zu erkennen, da hier Drüsen am Rand des Augenlids entzündet sind.

Illustration: Gerstenkorn am Auge

Gerstenkorn am oberen Augenlid

Ein Gerstenkorn an sich ist harmlos. Oft ist keine Therapie erforderlich, da Gerstenkörner gut von alleine abheilen, sobald sich der Eiter von selbst entleert hat. Allerdings kann ein Gerstenkorn bei geeigneter Behandlung schneller heilen: Gegen ein Gerstenkorn helfen eine Salbe oder Augentropfen mit Antibiotika. Platzt das Hordeolum nicht von alleine auf, ist ein Besuch beim Augenarzt empfehlenswert, um den Abszess öffnen zu lassen.

Keinesfalls darf man ein Gerstenkorn mit den Fingern ausdrücken: Wer dies tut, riskiert eine langwierig verlaufende Entzündung. Da die für das Gerstenkorn verantwortlichen Erreger ansteckend sind, kann sich die Entzündung bei mangelnder Hygiene außerdem schnell von einem Auge zum anderen ausbreiten. Daher ist es wichtig, regelmäßig die Hände zu waschen – besonders vor und nach dem Berühren der Augen.



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