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Distorsion (Verstauchung)

Stand: 24. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Distorsion (Verstauchung) ist eine typische Sportverletzung, da sie vor allem bei sportlichen Aktivitäten auftritt. Am häufigsten kommt es zur Distorsion im Sprunggelenk; oft betrifft die Verstauchung auch das Handgelenk oder Knie.

Eine Verstauchung entsteht, wenn eine Überbewegung (z.B. ein Umknicken oder Verdrehen) eines Gelenks dessen Kapseln und Bänder schädigt: Dann kommt es zu Überdehnungen oder Zerrungen des Kapsel-Band-Apparats mit entsprechenden Beschwerden: Das betroffene Gelenk ist zwar noch belastbar, schmerzt aber und ist in seiner Funktionsfähigkeit meist stark eingeschränkt. Außerdem schwillt ein verstauchtes Gelenk auffallend an und es kann sich ein Bluterguss (Hämatom) bilden. Welches Ausmaß (Überdehnung oder Zerrung) die Verstauchung genau hat, ist anhand der Symptome nicht klar zu erkennen. Allerdings verursachen Zerrungen etwas länger Beschwerden als Dehnungen.

Distorsionen treten häufig im Rahmen von Kombinationsverletzungen auf – es können also gleichzeitig mehrere Strukturen (wie Muskeln, Sehnen, Gelenke, Knochen) verletzt sein. Die Beschwerden und eine körperliche Untersuchung reichen aber oft nicht aus, um eine einfache Verstauchung von einer ernsthaften Verletzung zu unterscheiden. Daher kommen bei Verdacht auf eine Distorsion zur Diagnose Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz, um mögliche Begleitverletzungen auszuschließen.

Nur wenn die Verletzung über eine einfache Distorsion hinausgeht und das Gelenk instabil ist, kommt eine Operation in Betracht, um den Kapsel-Band-Apparat wiederherzustellen. Bei einer einfachen Verstauchung reichen zur Behandlung nicht-operative (konservative) Maßnahmen:

Dabei ist es wichtig, die Verstauchung schnell zu behandeln. Die Erstversorgung der Distorsion erfolgt nach der sogenannten PECH-Regel ̵ dabei steht:

  • P für Pause (d.h. das Gelenk schonen)
  • E für Eis (d.h. das Gelenk kühlen)
  • C für Compression (d.h. einen Kompressionsverband anlegen)
  • H für Hochlagern

Die weitere Behandlung der Verstauchung besteht darin, das betroffene Gelenk ein bis zwei Wochen lang zu stabilisieren. In der Regel verlaufen Verstauchungen unkompliziert, sodass eine gute Prognose zu erwarten ist. Spätestens drei Monate nach der Distorsion ist in der Regel die vollständige Sporttauglichkeit wiederhergestellt.

Weiterlesen: Verstauchung: Definition

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