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Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)

Stand: 24. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei Überlastung durch wiederholte Bewegungsabläufe kann sich das Gewebe entzünden, das die Sehne umhüllt: Es entsteht eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis). Viele Menschen, die am Computer arbeiten, kennen die Entzündung zum Beispiel als Mausarm. Aber auch Sportler, Verkäufer oder Lagerarbeiter sind oft betroffen.

Ein Mann tippt auf seinem Computer
Langes Arbeiten am Computer begünstigt eine Sehnenscheidenentzündung.

Sehnenscheiden umhüllen und schützen die Sehnen überall dort, wo sie direkt auf dem Knochen oder um einen Knochenvorsprung verlaufen, vor übermäßiger Reibung. Durch die Gelenkschmiere (Synovia) in ihrem Inneren verbessern die Sehnenscheiden außerdem die Gleitfähigkeit der Sehnen. Eine übermäßig starke Beanspruchung bestimmter Sehnen führt dazu, dass sich die Sehnenscheide entzündet. Am häufigsten geschieht dies am Handgelenk. Eine Sehnenscheidenentzündung kann jedoch auch an jeder anderen Sehne auftreten, die in einer Sehnenscheide verläuft.

Eine Sehnenscheidenentzündung kann verschiedene Ursachen haben:

  • Die meisten Sehnenscheidenentzündungen entstehen infolge anhaltender monotoner Bewegungen und/oder einer dauerhaft falschen Haltung, zum Beispiel durch:
    • einen ungeeigneten Arbeitsplatz (z.B. falsch eingestellter Tisch, falsche Computer-Maus, falsch eingestellte Tastatur)
    • dauerhafte gleichförmige Bewegungen (z.B. beim langen Arbeiten am Computer, Hanteltraining, Rudern),
    • starke Belastungen – zum Beispiel beim Sport (wie Tennis, Bodenturnen, Klettern) oder beim Musizieren (z.B. mit Gitarre, Geige oder Klavier)
  • Seltener ist eine entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung für eine Sehnenscheidenentzündung verantwortlich.
  • Außerdem kann eine Tendovaginitis die Folge einer Infektion sein (z.B. durch Chlamydien, Mykoplasmen, Gonokokken).

Für eine Sehnenscheidenentzündung sind folgende Symptome typisch:

  • starke ziehende oder stechende Schmerzen,
  • ein Knirschen im betroffenen Gelenk, das auftritt, wenn man das Gelenk bewegt, und
  • eine Schwellung der betroffenen Stelle, die auch gerötet und erwärmt sein kann.

Ist eine Sehnenscheide entzündet, reichen zur Behandlung meist Medikamente (gegen die Schmerzen, die Entzündung selbst u. die Schwellung), eine Wärme- oder Kältezufuhr und eine Ruhigstellung des Gelenks aus. Solange die Sehnenscheidenentzündung Beschwerden verursacht, ist es außerdem ratsam, die ursächliche belastende Tätigkeit zu vermeiden. Dann bestehen meist gute Heilungschancen. Eine nicht rechtzeitig erkannte und behandelte Sehnenscheidenentzündung kann allerdings chronisch verlaufen. Das bedeutet, dass durch die wiederkehrende Belastung eine Verletzung entsteht (sog. Repetitive Strain Injury). Für einige Risikogruppen, die beruflich viel am Computer arbeiten, gilt die Tendovaginitis mittlerweile als Berufskrankheit.

Weiterlesen: Sehnenscheidenentzündung: Definition

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