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Stand: 12. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer leichteren Schultereckgelenksprengung mit Zerrungen oder Teilverletzungen des Schultergelenks (Tossy 1 und 2) sind zur Therapie meist konservative Maßnahmen ausreichend. Die nicht-operative Therapie der Schultereckgelenksprengung besteht darin, das verletzte Schultergelenk für eine Dauer von wenigen Tagen mit einem speziellen Verband (Gilchrist-Verband) ruhig zu stellen, bis der Schulterschmerz nachlässt. Wenn Sie über dem Schultereckgelenk keine Schmerzen mehr haben, schließt sich Krankengymnastik an.
Auch bei einer schwereren Schultereckgelenksprengung (Tossy 3) kann eine nicht-operative Therapie erfolgreich sein: Selbst wenn die Bänder vollständig zerrissen sind und das Schultergelenk vollständig verschoben ist, treten fast immer auch bei rein konservativer Behandlung langfristig keine Beschwerden auf. Allerdings kann besonders bei jungen und körperlich aktiven Menschen (z.B. Sportlern) in diesem Fall eine operative Therapie empfehlenswert sein.
Bei einer Schultereckgelenksprengung ab Grad III bietet sich zur Therapie eine Operation an. Die operative Therapie der Schultereckgelenksprengung besteht darin, die zerrissenen Bänder zu nähen und das Schultergelenk vorübergehend mit Schrauben, Platten, Drähten oder vom Körper abbaubaren Kordeln zu stützen. Zusätzlich stabilisiert der Operateur die Bänder, weil die alleinige Bandnaht die auf das Gelenk wirkenden Kräfte nicht aushalten würde. Nach der Operation der Schultereckgelenksprengung ist es für die Dauer von sechs Wochen – der Heilungszeit der Bänder und der Kapsel – nötig, das Gelenk mit einem sogenannten Gilchrist-Verband ruhig zu stellen. Danach ist es ratsam, dass Sie das Gelenk allmählich wieder beweglich machen und die Muskulatur mithilfe von Krankengymnastik kräftigen.
Manchmal ist bei einer Schultereckgelenksprengung im Anschluss an die operative Therapie eine zweite Operation erforderlich, um das Stabilisierungsmaterial zu entfernen. Die nach der Operation zurückbleibende Narbe über dem Schultergelenk ist relativ groß.

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