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Reaktive Arthritis, Reiter-Syndrom
Reaktive Arthritis, Reiter-SyndromStand: 29. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Der Begriff reaktive Arthritis bezeichnet eine Gelenkentzündung, die während oder als Folge einer bakteriellen Infektion auftritt, meist nach einem Darminfekt oder einem Infekt der Harnwege und Geschlechtsorgane. Treten neben der Gelenkentzündung auch eine Entzündung des Auges und eine Harnröhrenentzündung auf, spricht man vom "Reiter-Syndrom", einer Sonderform der reaktiven Arthritis. Falls es nach einer bakteriellen Infektion zu einer reaktiven Arthritis kommt, tritt diese meist einige Wochen nach dem Infekt auf. Nicht immer ist im Nachhinein festzustellen, was genau die reaktive Arthritis ausgelöst hat. Vor allem eine Infektion mit Darmbakterien wie Salmonellen, Yersinien und Shigellen, aber auch Geschlechtskrankheiten wie eine Chlamydien-Infektion oder Gonorrhö können eine reaktive Arthritis auslösen. Man nimmt an, dass die reaktive Arthritis eine Reaktion des Immunsystems ist: Es erkennt Bakterien oder möglicherweise auch Bakterienpartikel in den Gelenken und greift diese an. Dadurch entstehen entzündliche Prozesse in den Gelenken, die beim Betroffenen zu Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Gelenkschwellung und -überwärmung führen (v.a. an Hüfte, Knie, Ellenbogen, Schulter). Welche Prozesse genau bewirken, dass eine reaktive Arthritis entsteht, ist jedoch noch nicht vollständig erforscht. Im Verlauf einer reaktiven Arthritis können außerdem weitere entzündliche Reaktionen in anderen Körperbereichen auftreten, wie zum Beispiel den Augen. Um ein Reiter-Syndrom handelt es sich, wenn neben Gelenkentzündungen zum Beispiel eine Bindehautentzündung und eine Harnröhrenentzündung auftreten – diese typische Symptom-Paarung bezeichnen Mediziner auch als Reiter-Trias. Im Verlauf einer reaktiven Arthritis kann es zu Fieber, Gewichtsabnahme und Hautveränderungen kommen. Besonders häufig sind Personen von einer reaktiven Arthritis beziehungsweise vom Reiter-Syndrom betroffen, die ein bestimmtes Zellmerkmal besitzen – das sogenannte Histokompatibilitäts-Antigen HLA-B27. HLA-B27 reguliert Vorgänge der körpereigenen Abwehr (Immunsystem). Die reaktive Arthritis verläuft sehr unterschiedlich. Mehr als die Hälfte der Erkrankten sind nach einem halben Jahr beschwerdefrei. Aber auch chronische Formen sind möglich. Als Therapie verschreibt der Arzt bei einer reaktiven Arthritis beziehungsweise beim Reiter-Syndrom entzündungshemmende Medikamente und ordnet unter anderem Krankengymnastik und bei starken Entzündungen eine Kältetherapie an. Falls beim Betroffenen die bakterielle Infektion (z.B. Chlamydien-Infektion) noch aktiv ist, sollte diese mit Antibiotika behandelt werden. Einer reaktiven Arthritis beziehungsweise einem Reiter-Syndrom lässt sich nicht direkt vorbeugen. Um das Risiko zu senken, sollte man versuchen, Infektionen mit bestimmten Darmbakterien (wie Salmonellen, Yersinien oder Shigellen) sowie bestimmte Geschlechtskrankheiten (z.B. Chlamydien-Infektion, Gonorrhö) zu vermeiden. Weiterlesen: Reaktive Arthritis, Reiter-Syndrom: Definition Das könnte Sie auch interessieren
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