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Stand: 29. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine reaktive Arthritis kann ebenso wie ihre Sonderform Reiter-Syndrom einen unterschiedlichen Verlauf nehmen. Mehr als die Hälfte der Erkrankten ist nach etwa einem halben Jahr beschwerdefrei. Je ausgeprägter die reaktive Arthritis ist, das heißt, je mehr Gelenke betroffen sind und je mehr andere Beschwerden vorliegen, umso langwieriger kann sich jedoch der Verlauf gestalten – insbesondere, wenn ein Reiter-Syndrom vorliegt.
Chronische Verlaufsformen sind sowohl bei einer reaktiven Arthritis als auch beim Reiter-Syndrom möglich. Beim Reiter-Syndrom sind sie jedoch deutlich häufiger und kommen in etwa 30 Prozent der Fälle vor. Etwa jeder fünfte Betroffene hat mindestens einen Rückfall. Die mittlere Verlaufsdauer beträgt 3 Jahre. In seltenen Ausnahmefällen sind Krankheitsverläufe von 10 bis 15 Jahren möglich.
Zu Komplikationen kann es kommen, wenn die Gelenkentzündung die Gelenkfunktion dauerhaft beeinträchtigt oder das Gelenk sogar zerstört. Wenn die Entzündung der Bindehaut auf angrenzende Augenstrukturen übergreift, kann unbehandelt die Sehkraft darunter leiden.
Eine reaktive Arthritis beziehungsweise ihre Sonderform, das Reiter-Syndrom, kann als Folgeerkrankung nach einer bakteriellen Infektion entstehen. Besonders häufig kommt es zu einer Erkrankung als Folge eines Darminfekts (z.B. mit Salmonellen, Yersinien oder Shigellen), aber auch nach Infektionen der Harnwege und der Geschlechtsorgane (z.B. Chlamydien-Infektion, Gonorrhö).
Einer reaktiven Arthritis oder einem Reiter-Syndrom können Sie also nur indirekt vorbeugen, indem Sie zum Beispiel versuchen, Infektionen mit Darmerregern vermeiden. Vor Geschlechtskrankheiten wie einer Chlamydien-Infektion oder einer Gonorrhö können Sie sich mit Kondomen schützen.
Direkte Maßnahmen, die einer reaktiven Arthritis vorbeugen, sind nicht bekannt.
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