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Radiusfraktur (Speichenbruch)

Komplikationen

Stand: 31. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Radiusfraktur (Speichenbruch) kann auch nach erfolgter Behandlung im weiteren Verlauf noch zu Komplikationen führen: Trotz eines Gipsverbands neigen die Knochenteile bei einer Radiusfraktur durch unwillkürliche Muskelanspannungen dazu, sich erneut zu verschieben. Daher sind im Heilungsverlauf regelmäßige Röntgenkontrollen erforderlich. Stellt der Arzt bei einer dieser Kontrollen eine erneute Fehlstellung fest, ist eine operative Behandlung häufig unumgänglich. In der Regel ist es nach einer Woche nötig, den Gips zu wechseln, da sich die Schwellung um die Radiusfraktur zurückgebildet hat und der bestehende Gipsverband dann zu locker sitzt.

Bei konservativ behandelten Radiusfrakturen sind nachträgliche Verschiebungen (sekundäre Dislokationen) der Knochenbruchstücke mit bis zu 50 Prozent relativ häufig. Eine Komplikation, die vor allem dann wahrscheinlich ist, wenn bei einer Radiusfraktur solche sekundären Verschiebungen mehrfach hintereinander auftreten, ist die nach dem Hamburger Chirurgen Paul H. Sudeck (1866-1945) benannte Sudeck-Osteodystrophie: Hierbei sind allgemein die Durchblutung und der Stoffwechsel von Weichteilen und Knochen gestört. Die Erkrankung kann nach Unfällen, Operationen, Infektionen und Nervenschädigungen auftreten. Besonders Frauen im höheren Alter sind nach einer Radiusfraktur häufiger von der Sudeck-Dystrophie betroffen. Wenn sich bei einem Speichenbruch die Knochenbruchstücke wiederholt in krankhafte Stellungen verschieben, sind dabei die Blutgefäße und Nerven des Knochens und der anliegenden Weichteile (Muskulatur, Haut) in Mitleidenschaft gezogen. Die ständige Versorgung des Knochens und der Weichteile der Hand ist nicht mehr gewährleistet, im weiteren Verlauf kommt es zu Schädigungen und Funktionsstörungen. Die Veränderungen zeigen sich zunächst über eine Verfärbung der Haut und über anhaltende Schmerzen bei Bewegungen der Hand. Im Endstadium der Erkrankung liegt ein generalisierter Schwund (Atrophie) der Haut, der Muskulatur und des Knochens vor. Das Handgelenk ist versteift und es kommt zu Sensibilitätsstörungen der Hand. Allerdings können eine gezielte Schmerztherapie und Physiotherapie das Fortschreiten der Erkrankung in dieses Stadium verhindern.

Für die operativen Behandlungsmethoden der Radiusfraktur gelten die gleichen allgemeinen Risiken wie für alle operativen Eingriffe. Zu den möglichen Komplikationen nach einem operativen Eingriff am Handgelenk gehören Infektionen, die zu einer bleibenden Bewegungseinschränkung des Gelenks führen können. Bei schweren Schädigungen der Weichteile durch die Radiusfraktur ist eine verzögerter Verlauf der Wundheilung nach der Operation möglich. Weitere, eher seltene Komplikationen sind Sehnenverletzungen, eine fortgesetzte Fehlstellung der Hand und Material- beziehungsweise Metallbrüche der Fixationsdrähte und -schrauben. Darüber hinaus können eine länger andauernde Ruhigstellung der Hand oder eine unzureichende Physiotherapie zu einer degenerativen Veränderung des Gelenks (Gelenksarthrose) führen.

Eine mögliche Komplikation der Radiusfraktur bei Kindern besteht darin, dass der Speichenbruch die Wachstumsfuge anregt, wodurch sich die Speiche (Radius) verlängern kann. Im weiteren Wachstum gleicht sich dies jedoch wieder aus. Auch leichte Schiefstellungen sind bis zu einem gewissen Maß akzeptabel und normalisieren sich wieder.

Weiterlesen: Radiusfraktur: Vorbeugen

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