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Stand: 31. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Wenn Sie eine instabile Radiusfraktur (Speichenbruch) haben – wenn also zu erwarten ist, dass sich die Knochenbruchstücke nach der manuellen Reposition verschieben – reicht ein Gipsverband nicht aus. Dann ist zur Therapie eine Operation nötig – in der Regel trifft dies auf alle Radiusfrakturen mit Gelenkbeteiligung zu. Auch eine offene Radiusfraktur oder ein Trümmerbruch ist operativ zu versorgen. In diesem Fall erhalten Sie eine Narkose oder örtliche Betäubung; dann schiebt der Arzt die Knochenbruchstücke in ihre natürliche Stellung zurück. Bei der anschließenden Operation erfolgt die Stabilisierung der reponierten Knochenbruchstücke.
Bei der Radiusfraktur (Speichenbruch) kann zur operativen Therapie eine Drahtfixierung zum Einsatz kommen: Bei der Operation setzt der Arzt über der Speiche einen kleinen Hautschnitt, durch den er sogenannte Kirschner-Drähte einbohrt, welche die Knochenbruchstücke fixieren. Anschließend bekommen Sie einen Gipsverband, um den Unterarm ruhig zu stellen. Nach etwa vier Wochen kommt der Gips wieder weg; die Drahtfixierung bleibt aber zunächst weiter bestehen. Erst nach zwei weiteren Wochen entfernt der Arzt die Drähte zur Stabilisierung des Knochens (dazu erhalten Sie eine örtliche Betäubung).
Liegen bei einer Radiusfraktur (Speichenbruch) mehrere Knochenbruchstücke vor, die eine Stabilisierung erfordern (z.B. bei sog. Trümmerbrüchen), ist zur Therapie ein externer Fixateur geeignet, der die Knochenbruchstücke wie ein Gerüst von außen festhält. Dazu bohrt der Arzt bei der Operation Metallstifte in den Mittelhandknochen des Zeigefingers und in den Radius oberhalb des Handgelenks. Ein solcher externer Fixateur gewährleistet in der Regel eine sichere Stabilisierung der gerichteten Radiusfraktur. Das Gestell müssen Sie etwa vier Wochen lang tragen, bevor der Arzt es (unter örtlicher Betäubung) entfernt.
Wenn bei einer Radiusfraktur (Speichenbruch) der Griffelfortsatz der Speiche abgebrochen ist, verschraubt der Arzt die Knochenbruchstücke bei der Operation oft miteinander. Zusätzlich zu dieser Verschraubung (Schraubenosteosynthese) führt der Operateur meist einen Draht zur Fixierung ein, der über längere Zeit an Ort und Stelle bleibt. Etwa eine Woche lang müssen Sie dann eine Gipsschiene tragen. Danach können Sie sofort mit der Physiotherapie für den gebrochenen Unterarm beginnen. Die Schrauben entfernt der Arzt wiederum nach etwa vier Wochen unter örtlicher Betäubung.
Unter bestimmten Umständen kann nur eine metallene Abstützplatte eine Radiusfraktur (Speichenbruch) exakt fixieren. Dies ist oft der Fall, wenn bereits eine Therapie zur Stabilisierung der Fraktur erfolgt ist und sich die Knochenbruchstücke nach der Operation in eine unnatürliche Stellung zurückgeschoben haben (sekundäre Dislokation). Bei der Metallplatten-Implantation (Plattenosteosynthese) versucht der Operateur, die bei der Radiusfraktur häufig eingestauchten Gelenkflächen wieder aufzurichten. Dafür ist meist zusätzliches Knochengewebe, sogenannte Spongiosa, erforderlich. Diese Spongiosa entnimmt der Operateur aus dem Beckenkamm über einen kleinen Hautschnitt. Wenn die Abstützplatte ins Handgelenk eingelegt ist, erhalten Sie eine Gipsschiene, die Sie tragen, bis sich die Schwellung um die distale Radiusfraktur zurückgebildet hat (1-2 Wochen). Danach können Sie mit der Physiotherapie beginnen.
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