Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Gelenkerkrankungen > Radiusfraktur > Definition

Radiusfraktur (Speichenbruch)

Radiusfraktur: Definition

Stand: 31. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Radiusfraktur (Speichenbruch) ist ein Unterarmbruch, der nur einen der beiden Knochen im Unterarm betrifft: die Speiche (Radius). Der zweite Unterarmknochen ist die Elle (Ulna). Elle und Speiche bilden die knöcherne Verbindung zwischen Hand- und Ellenbogengelenk. Dabei liegt die Elle an der Außenseite des Unterarms und übernimmt dessen Führung im Ellenbogengelenk. Die Speiche dagegen liegt an der Innenseite (Daumenseite) und trägt die Hand einschließlich der Handwurzelknochen.

Typischerweise bricht die Speiche nahe am Handgelenk. Diese sogenannte distale Radiusfraktur ist die häufigste Fraktur des Menschen überhaupt. Dabei können je nach Unfallhergang verschiedene Frakturformen entstehen; dabei sind zwei besonders wichtig:

  • In der Regel ist die distale Radiusfraktur die Folge eines Sturzes auf die ausgestreckte Hand. Diese Form von Radiusfraktur mit typischer Bruchstelle (= loco typico) bezeichnet man als Extensionsfraktur oder – nach dem Chirurgen Abraham Colles (Dublin, 1773-1843) – als Colles-Fraktur.
  • Seltener entsteht die distale Radiusfraktur durch einen Sturz auf die gebeugte Hand. Diese Form von Speichenbruch nennt man Flexionsfraktur oder – nach dem Chirurgen Sir Robert W. Smith (Dublin, 1807-1873) – Smith-Fraktur.

Bei Kindern tritt die Radiusfraktur häufig in Form einer sogenannten Grünholzfraktur auf, das heißt der Knochen ist zwar gebrochen, die Knochenhaut jedoch intakt. Tritt ein Speichenbruch zusammen mit einer Gelenkverrenkung der Elle am Handgelenk auf, spricht man von der Galeazzi-Fraktur.

Häufigkeit

Die Radiusfraktur (Speichenbruch) tritt mit großer Häufigkeit auf: Etwa ein Viertel aller Knochenbrüche beim Menschen sind Radiusfrakturen. Dabei bricht die Speiche zu 90 Prozent nahe am Handgelenk: Jedes Jahr ziehen sich in Deutschland etwa 200.000 Menschen eine solche distale Radiusfraktur zu. Meist sind Kinder zwischen 6 und 10 Jahren betroffen, da sie öfter stürzen. Ein weiterer Häufigkeitsgipfel liegt im Alter zwischen 60 und 70 Jahren. Der Grund: Im höheren Alter oder bei einer durch Osteoporose veränderten Knochstruktur ist die Knochenstabilität vermindert. Dann ist das Risiko einer Radiusfraktur bei jedem Sturz wesentlich erhöht.

Die proximale Radiusfraktur – also ein Speichenbruch nahe am Ellenbogen – weist nur eine geringe Häufigkeit auf.

Weiterlesen: Radiusfraktur: Ursachen

Das könnte Sie auch interessieren

Gelenkerkrankungen

Gelenkerkrankungen

Erfahren Sie im Überblick mehr rund um das Thema Gelenkerkrankungen von A-Z. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.