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Stand: 18. Januar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Mausarm (RSI-Syndrom, Repetitive Strain Injury) hat seine Ursachen vermutlich in sich ständig wiederholenden schnellen, gleichförmigen Bewegungen, die das betroffene Gewebe schädigen, wobei ungünstige Kraft- und Haltungsanforderungen bei diesen schädigenden Bewegungen noch verstärkend wirken (daher die Bezeichnung Repetitive Strain Injury, die übersetzt Verletzung durch wiederholte Belastung bedeutet). Die durch die Belastung auftretenden Verletzungen sind zunächst klein (Mikrotraumata). Da die Arbeitsunterbrechungen durch Freizeit nur wenige Stunden dauern, bleibt nicht genügend Zeit, um eine ausreichende Reparatur der Mikrotraumata zu ermöglichen. Nachfolgend entstehen größere Schäden, die sich durch Schmerzen und Missempfindungen oder in Form von Kraftverlust äußern.
Außerdem findet, wenn ein Mausarm entsteht, gleichzeitig eine Art unbewusster Lernprozess statt, bei dem die Betroffenen unterschwellige Schmerzen mit den zugehörigen Bewegungen verbinden, die den Schmerzen als Ursachen zugrunde liegen. Bei den zunächst durch die wiederholten Bewegungen entstehenden kleinen Verletzungen empfinden die Betroffenen in der Regel keine Schmerzen, da sie durch ihre Arbeitstätigkeit abgelenkt sind und die Schmerzschwelle, oberhalb derer sie Schmerzen empfinden, dadurch erhöht ist. Aufgrund der sogenannten unterschwelligen Schmerzen unterbrechen die Betroffenen ihre Tätigkeit nicht. Nachfolgend lernen die Betroffenen über (im Einzelnen noch unerforschte) Vorgänge im Gehirn eine Verbindung zwischen diesen Schmerzen und den zugehörigen Bewegungen. Klavierspieler oder Tastenschreiber haben, bevor sie die Taste anschlagen, neben dem richtigen Ton oder dem richtigen Buchstaben auch die notwendige Fingerbewegung und die entsprechende Bewegungsempfindung als eine Art Programm im Kopf. Bei Menschen mit Mausarm oder RSI-Syndrom scheint das Schmerzerlebnis dieses Programm zusätzlich zu ergänzen. Sind zum Beispiel Anschlagsbewegungen wiederholt von unterschwelligen Schmerzen begleitet, kann die gleiche Bewegung später erneut Schmerzen verursachen, auch wenn das Gewebe nun nicht mehr geschädigt ist.
Dieses Modell erklärt, weshalb Menschen mit Mausarm während eines längeren Urlaubs häufig völlig beschwerdefrei sind, die Symptome der Repetitive Strain Injury jedoch bereits wenige Stunden, nachdem die Betroffenen ihre Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen, erneut auftreten. Darüber hinaus erklärt das Entstehungsmodell auch, weshalb in vielen Fällen bei Menschen mit starken RSI-Beschwerden nur geringe Gewebeschädigungen nachweisbar sind. Da der Mausarm ein noch relativ junges Krankheitsbild ist, sind die Ursachen seiner Entstehung jedoch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Verschiedene bereits seit Längerem bekannte orthopädische beziehungsweise neurologische Krankheiten wie Tennisarm oder Golferellenbogen (Epicondylitis humeri), Sehnenscheidenentzündung am Unterarm (Tendovaginitis) oder das Hand-Arm-Vibrationssyndrom (z.B. nach längeren Arbeiten mit Presslufthämmern) lassen sich mit den einem Mausarm zugrunde liegenden Entstehungsmechanismen in Zusammenhang bringen. In all diesen Fällen rufen bestimmte wiederholte Bewegungen ganz bestimmte Schädigungen hervor.
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