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Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Gicht, früher im Volksmund als Zipperlein bezeichnet, galt lange als Krankheit der Reichen. Das ist heute nicht mehr so. Allerdings ist Gicht in Ländern mit einem höheren Lebensstandard verbreiteter – unter anderem wegen der hier vorherrschenden Ess- und Trinkgewohnheiten.
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung. Ihr kennzeichnendes Merkmal ist, dass sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt (sog. Hyperurikämie) und sich nachfolgend vermehrt Harnsäurekristalle ablagern (u.a. in Gelenken, Schleimbeuteln, inneren Organen). Dadurch entstehen bei Gicht typischerweise schmerzhafte Gelenkentzündungen, die unbehandelt auf Dauer zu Gelenkschäden (sog. Arthritis urica) führen können.
Meist sind die Gicht-Ursachen erblich: Dann führt in vielen Fällen eine geschädigte Erbanlage (sog. Gendefekt) dazu, dass die Betroffenen zu wenig Harnsäure ausscheiden (sog. primäre Gicht). Aber auch eine gestörte Nierenfunktion oder Krankheiten, bei denen vermehrt Zellen zerfallen (z.B. Leukämie), können eine Gicht auslösen (sog. sekundäre Gicht). Eine große Rolle bei der Entstehung von Gicht spielt auch die Ernährung: Besonders der regelmäßige Verzehr purinreicher Lebensmittel (wie Innereien, Fleisch) und hoher Alkohol wirken sich begünstigend auf Gicht aus.
Zu Beginn verläuft die Gicht teils über Jahre bis Jahrzehnte ohne Symptome (sog. asymptomatische Phase). Sobald der Harnsäurespiegel im Blut bei der Gicht jedoch einen kritischen Punkt erreicht, tritt meist ein akuter Gichtanfall auf, bei dem typischerweise das Grundgelenk einer Großzehe schmerzhaft entzündet ist (sog. Podagra). Ist der Gichtanfall abgeklungen, folgt meist eine (Monate bis Jahre dauernde) Phase ohne Symptome (sog. interkritische Phase). Vor allem wenn die Behandlung zu spät beginnt oder unzureichend ist, kann die Gicht in einen dauerhaften Verlauf übergehen (sog. chronische Gicht). Dazu kommt es aber nur selten.
Die Gicht-Therapie gliedert sich in zwei Phasen:
Die Dauertherapie der Gicht basiert auf zwei Säulen: Medikamente und Ernährungsumstellung. Als wirksame Mittel gegen die Gicht kommen vor allem Urikosurika und Urikostatika zum Einsatz: Sie stabilisieren den Harnsäurespiegel. Die Umstellung der Ernährung bei Gicht bedeutet vor allem, auf purinreiche Nahrungsmittel zu verzichten. Bei frühzeitig gut eingestelltem Harnsäurespiegel verläuft die Gicht in der Regel ohne Komplikationen.
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