Gebärmutter­krebs (Endometrium­karzinom) : Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. März 2016)

Bei Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) sind die genauen Ursachen bisher nicht restlos geklärt. Als wichtiger Auslöser gilt jedoch der Einfluss des weiblichen Sexualhormons Östrogen auf die Gebärmutterschleimhaut. Entsprechend erhöht sich das Krebsrisiko, wenn die Östrogene besonders lange oder in besonders hoher Konzentration im Körper vorkommen.

Das kann zum Beispiel bei einer besonders früh einsetzenden ersten Regelblutung (Menstruation) der Fall sein. Genauso verlängert auch eine spät stattfindende Menopause (Zeitpunkt der letzten Menstruationsblutung) den Einfluss von Östrogen auf die Gebärmutterschleimhaut. Nimmt eine Frau über einen langen Zeitraum Präparate ein, die ausschließlich Östrogen enthalten, erhöht sich dadurch ebenfalls das Risiko für Gebärmutterkrebs.

Risikofaktoren, besonders für das Typ-I-Karzinom (östrogenabhängiges Endometriumkarzinom), sind:

  • langfristige Einnahme von Östrogen (ohne eine zusätzliche, schützende Einnahme des Hormons Gestagen)
  • metabolisches Syndrom, also eine Kombination aus
    • bauchbetonter Fettsucht (Adipositas),
    • Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin),
    • Bluthochdruck (Hypertonie) und
    • einer Zuckerstoffwechselstörung (zunächst als sog. Insulinresistenz, später Diabetes mellitus)
  • Diabetes mellitus
  • PCO-Syndrom (sog. polyzystisches Ovarsyndrom)
  • Kinderlosigkeit (med. Fachbegriff: Nulliparität)
  • Brustkrebs (Mammakarzinom)
  • Einnahme von Tamoxifen (Wirkstoff zur Behandlung von Brustkrebs)
  • HNPCC-Syndrom (erbliche Form von Darmkrebs)
  • hohes Alter: vor allem Frauen über 60 Jahre erkranken an einem Endometriumkarzinom

Hat eine Frau mehrere Kinder geboren (sog. Multiparität), sinkt ihr Risiko für Gebärmutterkrebs. Das hängt mit den Hormonverteilungen während des weiblichen Zyklus und während der Schwangerschaft zusammen: Beim normalen Menstruationszyklus stimuliert das Hormon Östrogen den Aufbau und das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, damit sich eine eventuell befruchtete Eizelle gut in der Gebärmutter einnisten kann. Bei Frauen, die nie schwanger werden, ist die Gebärmutterschleimhaut diesem "Wachstumsreiz" durch Östrogen jeden Monat neu ausgesetzt. Man vermutet, dass dadurch das Risiko für eine Entartung der Gebärmutterschleimhaut steigt.

Während einer Schwangerschaft hingegen bestimmt das Gelbkörperhormon Progesteron (Gestagen) den Hormonhaushalt. Es sorgt beispielsweise dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut während der gesamten Schwangerschaft erhalten bleibt. Je öfter eine Frau in ihrem Leben schwanger ist, desto kürzer ist der Zeitraum, in dem Östrogen allein auf die Gebärmutterschleimhaut einwirkt – das Risiko für eine Krebsentstehung ist dadurch möglicherweise reduziert.

Auch die Einnahme der Antibabypille kann das Risiko für ein Endometriumkarzinom senken. Entsprechende Präparate enthalten ebenfalls Gestagen und unterdrücken so unter anderem auch den östrogenbedingten Wachstumsreiz auf die Gebärmutterschleimhaut. Eventuell ist dies eine Erklärung für ihren risikomindernden Effekt.


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