Gebärmutter­krebs (Endometrium­karzinom) : Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. März 2016)

Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten beim Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom). Die wirkungsvollste Therapie ist bisher die Operation.

Operation

Die Therapie mit den größten Heilungschancen und damit die Behandlungsmethode der ersten Wahl ist die Operation. Dabei wird die Gebärmutter mitsamt dem Krebs entfernt. Der Fachbegriff für diese Operation lautet Hysterektomie. Der Operateur entnimmt zusätzlich auch die Eileiter und Eierstöcke sowie die im Becken befindlichen Lymphknoten.

Während der Operation lässt sich die Ausbreitung des Tumors genau beurteilen. Befinden sich nach dem Eingriff noch Tumorreste im Körper, besteht die Möglichkeit, diese Zellen durch Nachbestrahlungen abzutöten.

Strahlentherapie

Welche Strahlentherapie bei Gebärmutterkrebs am ehesten geeignet ist und ob eine Strahlentherapie generell infrage kommt, hängt von der Ausbreitung des Tumors ab. Hauptziel einer Strahlentherapie ist es, zu verhindern, dass der Gebärmutterkrebs nach einer Operation zurückkehrt (sog. adjuvante Strahlentherapie). Seltener kommt eine Strahlentherapie ohne vorherige Operation zum Einsatz – etwa, wenn eine Operation nicht möglich ist.

Der behandelnde Arzt muss immer abwägen, ob und welche Bestrahlungsmethode er anwendet und ob der Nutzen der Strahlentherapie größer ist als die Belastung für den Körper:

  • Wenn der Operateur den Tumor zwar komplett entfernen konnte, das Endometriumkarzinom aber schon nahe an die Scheide herangewachsen war, kommt eine sogenannte lokale Bestrahlung infrage. Dabei wird nur das obere Ende der Scheide am ursprünglichen Übergang zur Gebärmutter bestrahlt. Die dafür eingesetzten Verfahren heißen Afterloading oder Brachytherapie. Auf diese Weise schont man Organe und Gewebe, die nicht vom Tumor betroffen waren (z.B. Blase oder Darm).
  • Sollte der Gebärmutterkrebs im Becken weiter ausgedehnt sein oder sind Lymphknoten befallen, wird oft eine Bestrahlung von außen durchgeführt. Diese Bestrahlungsform (sog. externe Bestrahlung oder Tele-Therapie) ist allerdings weniger schonend als zum Beispiel die Afterloading-Methode.
  • Im frühen Tumorstadium kann die alleinige Bestrahlung (ohne Operation) Chancen auf Heilung bieten. Da die Heilungsaussichten aber bei der Operation generell besser sind, kommt die alleinige Bestrahlung hauptsächlich bei Frauen in Betracht, die den Eingriff aufgrund ihres hohen Alters, schwerer Zweiterkrankungen oder schlechtem Gesundheitszustand nicht gut verkraften können.

Chemotherapie

Die Chemotherapie bei Gebärmutterkrebs kann als Ergänzung zu Operation und / oder Bestrahlung zum Einsatz kommen, wenn der Arzt das Rückfallrisiko als hoch einstuft. Aufgrund der teilweise schweren Nebenwirkungen und der geringen Wirksamkeit setzten Mediziner die Chemotherapie bei Gebärmutterkrebs eher selten ein. Die Chemotherapie kann auch bei einer bereits fortgeschritten Krebserkrankung zur Behandlung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) durchgeführt werden.

Hormontherapie

Wenn der Krebs weder bestrahlt noch operiert werden kann, kommt gegebenenfalls eine Therapie mit Hormonen infrage. Dabei erhält die Patientin das weibliche Geschlechtshormon Gestagen. Gestagen kann das Wachstum der Krebszellen auf der Gebärmutterschleimhaut manchmal für eine Weile hemmen. Als Ergänzung zu Bestrahlung oder Operation ist der Nutzen der Hormontherapie bisher jedoch nicht nachgewiesen.

In Einzelfällen kann die Hormontherapie auch bei jungen Frauen mit Krebs im Frühstadium eingesetzt werden, die unbedingt schwanger werden möchten.


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