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Stand: 3. September 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Der Begriff HPV-Impfung steht für eine Impfung gegen humane Papillomviren (HPV). Da eine Infektion mit HPV in vielen Fällen die Ursache von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist, heißt die Impfung auch Gebärmutterhalskrebs-Impfung. Humane Papillomviren (HPV) können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Es gibt verschiedene HPV-Typen – als Hauptrisikofaktor für Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs gelten HPV 16 und HPV 18. Zusammen verursachen sie etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs.
Es gibt weitere HPV-Typen, die ebenfalls krebserregend sind. In Deutschland erkrankten im Jahr 2006 rund 5.500 Frauen pro Jahr an einem Zervixkarzinom. Im Normalfall heilt eine Infektion mit HPV folgenlos aus. Bleibt die Infektion jedoch bestehen, kann sie im weiteren Verlauf zu Gewebsveränderungen (Dysplasien) führen, die wiederum nach vielen Jahren in Gebärmutterhalskrebs übergehen können.
Die Veränderungen des Gewebes heißen zervikale intraepitheliale Neoplasien oder kurz CIN. CIN 1 bedeutet eine leichte Gewebsveränderung, CIN 2 eine mittelschwere Gewebsveränderung. CIN 3 wird bereits als Vorstufe (Präkanzerose) von Gebärmutterhalskrebs angesehen. Problematisch ist, dass über lange Zeit keine Beschwerden und somit keine Warnzeichen auftreten, die Frau also ihre HPV-Infektion nicht bemerkt.
Auch deshalb kommt der Krebsvorsorge beim Frauenarzt besondere Bedeutung zu. Sie hat unter anderem zum Ziel, Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zu entdecken. Mit dem sogenannten zytologischen Abstrich oder Pap-Abstrich (Pap-Test) kann der Arzt erste Zellveränderungen feststellen. Ergibt sich ein krankhafter Befund, schließt sich eine Gewebeentnahme (Biopsie) an. Mit ihrer Hilfe gelingt es, auszuschließen oder zu bestätigen, dass eine Krebsvorstufe oder Krebs vorliegt.
Welche Therapie erfolgt, richtet sich nach der Schwere des Befundes. Hierbei gilt: Die Chancen auf Heilung sind bei Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs in aller Regel sehr gut – die Prognose verschlechtert sich erheblich, wenn bereits Krebs im Spätstadium vorliegt.
HPV sind außerdem für Krebsvorstufen der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane (Vulva) und der Scheide (Vagina) verantwortlich und können entsprechend zu Vulva- und Scheidenkrebs führen. Darüber hinaus verursachen die HPV-Typen 6 und 11 gutartige Genitalwarzen.
Es gibt derzeit zwei Impfstoffe für die HPV-Impfung, die einen Schutz vor den HPV-Typen 16 und 18 bieten. Einer der beiden Impfstoffe schützt zusätzlich vor den HPV-Typen 6 und 11. Die Gebärmutterhalskrebs-Impfung wirkt am besten, wenn eine Frau noch keinen Kontakt zu den humanen Papillomviren hatte, also vor dem ersten Geschlechtsverkehr.
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