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Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom): Definition

Stand: 4. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der aus dem Gewebe des Gebärmutterhalses (Zervix) entsteht.

Anatomie der Gebärmutter

Grafik der weiblichen Geschlechtsorgane
Die weiblichen Geschlechtsorgane, Bild zum Anklicken

Die Gebärmutter ist ein Hohlorgan und besteht hauptsächlich aus Muskel- und Bindegewebe. Die Gebärmutter dient der Fortpflanzung: Hier kann sich eine befruchtete Eizelle einnisten und der daraus hervorgehende Embryo bis zur Geburt heranwachsen. Bei der Geburt befördern Muskelkontraktionen der Gebärmutter (Wehen) das Kind durch die Scheide nach außen.

Der Gebärmutterhals – der Fachbegriff lautet die Zervix – verbindet das obere Scheidenende mit der Gebärmutter. Das untere Ende des Gebärmutterhalses heißt Portio und ragt zapfenförmig in die Scheide hinein. Die Schleimhaut von Gebärmutter und Scheide ist unterschiedlich aufgebaut. Im Bereich der Portio bildet sie eine Art Übergangszone.

Bösartige Tumoren der Gebärmutter (Endometriumkarzinom, Korpuskarzinom) unterscheiden sich dagegen in vielfacher Hinsicht von Tumoren des Gebärmutterhalses. Mediziner betrachten diese beiden Tumorarten daher gesondert.

Zervikale intraepitheliale Neoplasie (epitheliale Dysplasie)

Zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), auch epitheliale Dysplasien genannt, sind Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Epitheliale Dysplasien werden in drei Schweregrade eingeteilt:

  • CIN I: leichte Dysplasie (Zellveränderungen nur in der oberen Epithelschicht)
  • CIN II: mittelschwere Dysplasie (Zellveränderungen in mehreren Schichten des Epithels)
  • CIN III: schwere Dysplasie (Zellveränderungen im gesamten Epithel)

Der Begriff Dysplasie steht für Veränderungen im Gewebe, das bedeutet, Zellen entwickeln oder bilden sich falsch. Wenn die Veränderungen im Gebärmutterhals auftreten, also in der Zervix, spricht man von zervikaler oder epithelialer Dysplasie. Der Begriff Krebsvorstufe bedeutet nicht, dass die Frau Krebs hat oder zwingend Krebs bekommt. Es bedeutet lediglich, dass sich aus diesen Vorstufen ein Krebs entwickeln könnte – daher muss eine epitheliale Dysplasie besonders engmaschig überwacht und gegebenenfalls therapiert werden.

CIN I und CIN II bilden sich in über 50 Prozent der Fälle von selber zurück. Auch aus CIN I und CIN II kann theoretisch Krebs entstehen, die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr gering. Daher werden diese Formen der epithelialen Dysplasie zunächst regelmäßig überprüft, ob sie sich von selbst zurückbilden. Bestehen sie aber über mehr als zwölf Monate oder entwickelt sich eine CIN III, wird die Dysplasie operativ entfernt.

Häufigkeit

Im Jahr 2006 erkrankten in Deutschland 5.470 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Das sind knapp 3 Prozent aller Krebserkrankungen. Gebärmutterhalskrebs entsteht gehäuft bei Frauen zwischen 40 und 59 Jahren sowie bei über 60-jährigen Frauen.

Im Vergleich zu den 1970er Jahren ist die Erkrankungsrate deutlich zurückgegangen. Damals war Gebärmutterhalskrebs die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Mittlerweile nimmt das Zervixkarzinom nur noch den zwölften Platz ein. Man erklärt sich diesen Rückgang mit der verbesserten Frühdiagnostik, die 1971 eingeführt wurde. Durch die besseren Früherkennungs-Untersuchungen stellen Ärzte nun auch häufiger Vorstufen des Zervixkarzinoms (epitheliale Dysplasie) fest.

Weiterlesen: Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom): Ursachen

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