Gasbrand (Gasödem)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (04. Januar 2016)

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Unter Gasbrand (auch Gasödem oder malignes Ödem genannt) versteht man eine schwere, lebensbedrohliche Wundinfektion, die vor allem durch die Bakterienart Clostridium perfringens verursacht wird. Die Erkrankung ist in Deutschland selten.

Bakterien der Art Clostridium perfringens sind stäbchenförmig und bilden Giftstoffe (Toxine), die bewirken, dass das Gewebe an der infizierten Stelle abstirbt und sich gleichzeitig Gas im Gewebe bildet. Clostridium perfringens kommt in der Natur kommen fast überall vor. Der Gasbrand-Erreger findet sich zum Beispiel

Zu Infektionen kommt es vor allem über in Wunden eingetragenen Schmutz.

Typisch für Gasbrand sind plötzlichen, starken Wundschmerzen sowie eine Schwellung der Wunde infolge der Gasbildung.

Das Bakterium Clostridium perfringens. © RKI

Clostridium perfringens, Aufnahme mit dem Elektronenmikroskop

Verbreiten sich die Gasbrand-Erreger und deren Toxine mit dem Blutstrom im restlichen Körper, kann die Situation innerhalb weniger Stunden eine lebensbedrohliche Richtung einschlagen. Bei Gasbrand sollte eine Behandlung deshalb so rasch wie möglich beginnen. Unbehandelt nimmt Gasbrand einen tödlichen Verlauf.

Zu den Therapie-Maßnahmen bei Gasbrand gehört in der Regel, dass der Arzt das infizierte Gewebe chirurgisch entfernt. Gleichzeitig erhält der Patient Antibiotika, meist den Wirkstoff Penicillin G und zusätzlich oft den Wirkstoff Clindamycin. Für den Fall, dass der Betroffene Penicillin nicht verträgt, kommen alternativ die Wirkstoffe Metronidazol, Ceftriaxon oder Imipenem infrage.

Zusätzlich kann eine hyperbare Sauerstofftherapie (Sauerstoff-Überdrucktherapie in einer Druckkammer) den Heilungsprozess unterstützen, wobei die Meinungen über den Nutzen dieser Therapie auseinandergehen.


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