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Gasbrand (Gasödem)

Gasbrand (Gasödem): Ursachen

Stand: 14. Oktober 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Erreger

Bei Gasbrand (Gasödem) ist die Ursache meist eine Infektion mit der Bakterienart Clostridium perfringens, in seltenen Fällen auch mit anderen Clostridium-Arten. Die stäbchenförmigen Bakterien können Giftstoffe (Toxine) bilden. Diese führen zu den typischen Krankheitssymptomen, indem sie das umgebende Gewebe zerstören und verflüssigen und eine Gasbildung bewirken.

Übertragung

Clostridien kommen überall in der Natur vor. Sie können im Boden, im Wasser, im Staub, in Lebensmitteln, aber auch im Darm von Mensch und Tier (und dadurch auch im Stuhl) nachgewiesen werden. Der Gasbrand-Erreger gelangt vor allem über Verunreinigungen von Wunden, zum Beispiel infolge von Verkehrs- oder Sportunfällen sowie von Kriegsverletzungen, in den Körper. Ein Problem war Gasbrand vor allem zu Zeiten, in denen noch nicht bekannt war, wie man medizinische Geräte keimfrei bekommt. So kam es insbesondere auf Kriegsschauplätzen immer wieder zu Übertragungen des Gasbrand-Erregers von einem Verletzten auf den nächsten, weil medizinische Werkzeuge unsteril verwendet wurden.

Voraussetzung für die Entstehung von Gasbrand ist der Luftabschluss der verunreinigten Wunde, da sich Clostridien ausschließlich bei Abwesenheit von Sauerstoff vermehren können. Begünstigend wirkt sich dabei aus, wenn die Blutversorgung im Wundbereich eingeschränkt oder sogar unterbrochen ist und dadurch weniger Sauerstoff ins Gewebe transportiert. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Wunde schlecht durchblutet ist (etwa durch eine Quetschung), die Wunde verschmutzt ist (z.B. bei einer Schürfwunde mit Straßendreck), die Wundfläche sehr groß ist (z.B. durch eine Amputation) oder sich ein Fremdkörper im Gewebe befindet (z.B. bei einer Pfählungsverletzung). Auch Begleiterkrankungen, die mit einer verschlechterten Blutversorgung einhergehen, können die Entstehung von Gasbrand begünstigen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Arteriosklerose.

Da Clostridien auch im Darm des Menschen vorkommen können, können bei Operationen am Dickdarm oder Blinddarm unter Umständen Gasbrand-Erreger in andere Körpergewebe übertragen werden. Eine direkte Gasbrand-Übertragung von Mensch zu Mensch oder vom Tier auf den Menschen ist bisher nicht bekannt.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit ist bei Gasbrand relativ kurz und beträgt zwischen fünf Stunden und bis zu zwei Tagen.

Weiterlesen: Gasbrand (Gasödem): Symptome

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