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Gallensteine: Therapie

Stand: 22. Januar 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Gallensteine erfordern eine unterschiedliche Therapie, je nachdem, ob sie Beschwerden verursachen oder nicht. Verursachen die Gallensteine keine Symptome, ist eine Therapie nicht notwendig. Es ist dann nicht nötig, die Gallensteine zu entfernen. Treten dagegen Beschwerden wie Schmerzen auf, besteht die Standardtherapie daraus, die Gallensteine mit der Gallenblase zu entfernen (Cholezystektomie). Hierfür kommt heutzutage in den meisten Fällen eine sogenannte Laparoskopie, das heißt eine Bauchspiegelung mithilfe eines Endoskops, zum Einsatz – so ist kein großer Eingriff nötig (sog. "Schlüssellochchirurgie"). Die offene Cholezystektomie wurde in den letzten Jahren von dieser minimal-invasiven Therapie verdrängt, da die Betroffenen nach einer offenen Operation der Gallenblase längere Zeit benötigen, um sich von dem Eingriff zu erholen. Nach einer Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) heilt die Erkrankung (Cholelithiasis) meist vollständig aus. Nur in seltenen Fällen treten neue Steine (Rezidive) auf.

In den letzten Jahren wurden neuere Varianten der minimal-invasiven Gallenstein-Therapie entwickelt. In der klinischen Erprobung befindet sich zum Beispiel die Gallenblasenentfernung mittels LESS-Chirurgie (LESS = Laparo-Endoscopic Single-Site), auch als SILS (Single Incision Laparoscopic Surgery) abgekürzt. Bei dieser Laparoskopie-Variante werden alle nötigen Instrumente über einen einzigen Zugang, meist einen Schnitt im Bauchnabel, eingeführt. Auch das sogenannte NOTES-Verfahren (NOTES = Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery) verzichtet auf zusätzliche Schnitte durch die Bauchdecke. Der Arzt führt die Instrumente nur durch den Bauchnabel und natürliche Körperöffnungen wie die Scheide oder Speiseröhre ein. Hierbei sind zwar auch kleine OP-Schnitte notwendig. Da diese aber im Innern des Körpers liegen, sind sie nach dem Eingriff von außen nicht als Narbe zu sehen. Ob diese Therapie-Verfahren im Vergleich zur herkömmlichen Laparoskopie Vorteile bringen, lässt sich zurzeit aber noch nicht sicher beurteilen

Die Cholezystektomie ist generell nur dann angebracht, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen. Die Gallenblase vorbeugend zu entfernen, ist nicht sinnvoll.

Nach der Cholezystektomie fehlt das Speicherorgan für die Gallenflüssigkeit. Dadurch fließt ständig etwas Galle in den Darm, nachdem die Gallensteine entfernt wurden. Es stehen aber keine größeren Mengen zur Verfügung. Deshalb sollten Betroffene nach einer Cholezystektomie fettreiche Mahlzeiten meiden, um Fettverdauungsproblemen vorzubeugen.

Liegen die Gallensteine im Gallengang, ist oft eine Therapie per Endoskop erforderlich. Der Arzt führt das Endoskop bis in den Zwölffingerdarm des Patienten vor. Hier mündet der verstopfte Gallengang. Mithilfe des Endoskops kann der Arzt die Gangmündung (Papille) erweitern. Außerdem kann er ein kleines, körbchenförmiges Gerät in den Gang einführen und damit Gallensteine "einsammeln" und mit dem Endoskop aus dem Körper entfernen.

Es ist auch möglich, Gallensteine durch eine nicht-operative Therapie zu entfernen. Allerdings sind diese Behandlungsmethoden für gewöhnlich weniger erfolgreich und kommen deshalb auch seltener zum Einsatz. Medikamente mit Gallensäuren können Gallensteine auflösen. Allerdings bilden sich anschließend häufig erneut Gallensteine (sog. Rezidiv).

Gallensteine treten auch nach einer nicht-operativen Therapie mit Stoßwellen – der sogenannten extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) – häufig wieder auf. Auch diese Methode kommt daher selten zum Einsatz.

Bei einer akuten Gallenkolik können Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (z.B. Butylscopolamin) die Beschwerden lindern.

Betroffene können die Therapie unterstützen, indem sie fettreiche Nahrungsmittel meiden. Solche diätetischen Maßnahmen können helfen, die durch Gallensteine verursachten Symptome zu lindern. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine heilende Therapie. Nach der Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) sind in der Regel nur wenige Einschränkungen in der Ernährung notwendig.

Weiterlesen: Gallensteine: Verlauf

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