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Gallensteine

Gallensteine: Therapie

Stand: 18. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Gallensteine erfordern eine unterschiedliche Therapie, je nachdem, ob sie Beschwerden verursachen oder nicht. Verursachen die Gallensteine keine Symptome, ist eine Therapie nicht notwendig. Es ist dann nicht notwendig, die Gallensteine zu entfernen. Treten dagegen Beschwerden wie Schmerzen auf, besteht die Standardtherapie daraus, die Gallensteine mit der Gallenblase zu entfernen (Cholezystektomie). Hierfür kommt heutzutage in den meisten Fällen eine sogenannte Laparoskopie, das heißt eine Bauchspiegelung mithilfe eines Endoskops, zum Einsatz – so ist kein großer Eingriff nötig (sog. "Schlüssellochchirurgie"). Die offene Cholezystektomie wurde in den letzten Jahren von dieser minimal-invasiven Therapie verdrängt, da die Betroffenen nach einer offenen Operation der Gallenblase längere Zeit benötigen, um sich von dem Eingriff zu erholen. Nach einer Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) heilt die Erkrankung (Cholelithiasis) meist vollständig aus. Nur in seltenen Fällen treten neue Steine (Rezidive) auf.

Die Cholezystektomie ist nur sinnvoll, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen. Die Gallenblase vorbeugend zu entfernen, ist nicht sinnvoll.

Nach der Cholezystektomie fehlt das Speicherorgan für die Gallenflüssigkeit. Dadurch fließt ständig etwas Galle in den Darm, nachdem die Gallensteine entfernt wurden. Es stehen aber keine größeren Mengen zur Verfügung. Deshalb sollten Betroffene nach einer Cholezystektomie fettreiche Mahlzeiten meiden, um Fettverdauungsproblemen vorzubeugen.

Machen die Gallensteine eine Cholezystektomie zur Therapie erforderlich, entfernt der Arzt sie teilweise unmittelbar im Anschluss an die diagnostische Spiegelung unter Röntgenkontrolle (ERCP). Dabei führt er über ein Endoskop ein Körbchen in den Gallengang ein, um die Gallensteine zu entfernen.

Es ist auch möglich, Gallensteine durch eine nicht-operative Therapie zu entfernen. Allerdings sind diese Behandlungsmethoden für gewöhnlich weniger erfolgreich und kommen deshalb auch seltener zum Einsatz. Medikamente mit Gallensäuren können Gallensteine auflösen. Allerdings bilden sich anschließend häufig erneut Gallensteine (sog. Rezidiv).

Gallensteine treten auch nach einer nicht-operativen Therapie mit Stoßwellen – der sogenannten extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) – häufig wieder auf. Auch diese Methode kommt daher selten zum Einsatz.

Bei einer akuten Gallenkolik können Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (z.B. Butylscopolamin) die Beschwerden lindern.

Betroffene können die Therapie unterstützen, indem sie fettreiche Nahrungsmittel meiden. Solche diätischen Maßnahmen können helfen, die durch Gallensteine verursachten Symptome zu lindern. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine heilende Therapie. Nach der Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) sind in der Regel nur wenige Einschränkungen in der Ernährung notwendig.

Weiterlesen: Gallensteine: Verlauf

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