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Gallensteine: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Mai 2015)

Gallensteine erfordern eine unterschiedliche Therapie, je nachdem, ob sie Beschwerden verursachen oder nicht. Verursachen die Gallensteine keine Symptome, ist eine Therapie nicht notwendig. Die Gallenblase und die -steine können im Körper verbleiben.

Gallenblase entfernen

Bei geringen Beschwerden verschaffen schmerzstillende Medikamente Linderung. Treten dagegen häufiger Beschwerden wie Schmerzen auf, besteht die Standardtherapie darin, die Gallensteine mit der Gallenblase zu entfernen (Cholezystektomie).

Hierfür kommt heutzutage in den meisten Fällen ein sogenannter laparoskopischer Eingriff in Frage. Dabei setzt der Operateur wenige, kleine Hautschnitte, über die unter anderem ein Endoskop mit Videokamera sowie die erforderlichen Instrumente zur Entfernung der Gallenblase eingeführt werden (sog. "Schlüssellochchirurgie") – dies erspart einen größeren Eingriff.

Die sogenannte offene Cholezystektomie, bei der ein längerer Schnitt in die Bauchdecke nötig ist, um die Gallenblase zu entfernen, wurde in den letzten Jahren von dieser minimal-invasiven Therapie verdrängt, da die Betroffenen nach einer offenen Operation der Gallenblase längere Zeit benötigen, um sich von dem Eingriff zu erholen.

In den letzten Jahren wurden neuere Varianten der minimal-invasiven Gallenstein-Therapie entwickelt. In der klinischen Erprobung befindet sich zum Beispiel die Gallenblasenentfernung mittels LESS-Chirurgie (LESS = Laparo-Endoscopic Single-Site), auch als SILS (Single Incision Laparoscopic Surgery) abgekürzt. Bei dieser Laparoskopie-Variante werden alle nötigen Instrumente über einen einzigen Zugang, meist einen Schnitt im Bauchnabel, eingeführt.

Auch das sogenannte NOTES-Verfahren (NOTES = Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery) verzichtet auf zusätzliche Schnitte durch die Bauchdecke. Um die Gallenblase zu entfernen, führt der Arzt die Instrumente nur durch den Bauchnabel und natürliche Körperöffnungen wie die Scheide oder Speiseröhre ein. Hierbei sind zwar auch kleine OP-Schnitte notwendig. Da diese aber im Innern des Körpers liegen, sind sie nach dem Eingriff von außen nicht als Narbe zu sehen.

Ob diese Therapie-Verfahren im Vergleich zur herkömmlichen Laparoskopie Vorteile bringen, lässt sich zurzeit aber noch nicht sicher beurteilen.

Nach einer Cholezystektomie heilt die Erkrankung meist vollständig aus. Nur in seltenen Fällen treten neue Steine auf. Ärzte sprechen dann von einem Rezidiv.

Die Cholezystektomie ist generell nur dann angebracht, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen. Die Gallenblase vorbeugend zu entfernen, ist nicht sinnvoll.

Nach der Cholezystektomie fehlt dem Körper das Organ, in dem er die Gallenflüssigkeit speichern kann. Dadurch fließt ständig etwas Galle in den Darm . Es stehen aber keine größeren Reserven mehr zur Verfügung, die nach einem üppigen Essen in den Darm geleitet werden können. Deshalb sollten Betroffene nach einer Cholezystektomie große fettreiche Mahlzeiten meiden, um Fettverdauungsproblemen vorzubeugen. Letztlich muss jeder selbst für sich herausfinden, welche Speisen er gut oder schlecht verträgt.

Liegen die Gallensteine im Gallengang, ist oft eine Therapie per Endoskop erforderlich: Der Arzt führt das Endoskop über Mund, Speiseröhre und Magen bis in den Zwölffingerdarm des Patienten vor. Hier mündet der Gallengang. Mithilfe des Endoskops kann der Arzt die Gangmündung (Papille) erweitern. Außerdem kann er ein kleines, körbchenförmiges Gerät in den verstopften Gang einführen und damit Gallensteine "einsammeln" und sie mit dem Endoskop aus dem Körper entfernen.

Nicht-operative Therapie

Es ist auch möglich, Gallensteine durch eine nicht-operative Therapie zu entfernen. Allerdings sind diese Behandlungsmethoden für gewöhnlich weniger erfolgreich und deshalb auch eher selten. Medikamente, die Gallensäuren enthalten, können Gallensteine auflösen. Allerdings bilden sich anschließend häufig erneut Gallensteine (Rezidiv).

Gallensteine treten auch nach einer nicht-operativen Therapie mit Stoßwellen – der sogenannten extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) – häufig wieder auf. Auch diese Methode kommt daher selten zum Einsatz.

Bei einer akuten Gallenkolik können Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (z.B. mit dem Wirkstoff Butylscopolamin) die Beschwerden lindern.

Betroffene können die Therapie unterstützen, indem sie fettreiche Nahrungsmittel meiden. Solche diätetischen Maßnahmen können helfen, die durch Gallensteine verursachten Symptome zu lindern. Sie können eine heilende Therapie aber nicht ersetzen.

Gallenblasen­entfernung: Video



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