Gallenblasenkrebs, Gallengangskrebs: Palliative Behandlung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Dezember 2014)

Da die Beschwerden bei Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs vor allem mit einem gestörten Galleabfluss sowie einem Rückstau der Galle in die Leber zusammenhängen, sollen die krankheitsmildernden (palliativen) Maßnahmen in erster Linie den Gallefluss wiederherstellen. Um dies zu erreichen, kann der Arzt ein kleines Metallgitter-Röhrchen (Stent) über ein Endoskop in den Gallengang einsetzen. Der Stent hält dann die Stelle offen, die durch den Tumor verengt ist – die Galle kann abfließen.

Eine weitere Möglichkeit, die verengte Stelle bei Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs zu beseitigen, bietet das Therapie-Verfahren der Kleinraumbestrahlung in sogenannter Afterloading-Technik. Bei dieser Methode platziert der behandelnde Arzt zunächst einen Kunststoffschlauch im Gallengang. Anschließend wird eine radioaktive Strahlenquelle (Iridium 192) über den Katheter eingebracht und hindert den Tumor am weiteren Wachstum. Der Erfolg einer solchen Behandlung ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Beide Behandlungsmaßnahmen setzen jedoch voraus, dass es gelingt, den Gallengang vom Zwölffingerdarm aus zu sondieren. Wenn dies unmöglich ist, kann die Galle mithilfe der PTC (perkutane transhepatische Cholangiographie) über einen Katheter nach außen abfließen, wo sie sich in einem Auffangbeutel sammelt.

Strahlentherapie, Chemotherapie

Eine Bestrahlung von außen kann eventuell auftretende Schmerzen bei Gallenblasenkrebs lindern. Wegen der Strahlenempfindlichkeit der Nachbarorgane – insbesondere der Leber, des Dünndarms und der Niere – ist dieses Verfahren aber nur begrenzt einsetzbar. Es gelingt damit zwar gut, den Tumor in seinem Wachstum zu stoppen oder auch zu verkleinern, eine komplette Zerstörung ist aber kaum möglich. Die Chemotherapie hat sich bisher noch nicht als sehr wirksam erwiesen. Sie spielt daher lediglich im Rahmen wissenschaftlicher Studien an speziell ausgewählten Patienten eine Rolle.

Vor einer Operation kann eine kombinierte Strahlen-/Chemotherapie (Radiochemotherapie) dazu dienen, den Tumor zu verkleinern. Sie erleichtert damit die Operation oder macht sie überhaupt erst möglich (neoadjuvante Therapie).


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