Gallenblasenkrebs, Gallengangskrebs: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Dezember 2014)

Für die Diagnose von Gallenblasenkrebs- oder Gallengangskrebs-Diagnose spielt die körperliche Untersuchung eine wichtige Rolle. Dabei kann der Arzt in einigen Fällen die vergrößerte Gallenblase unter der Leber ertasten. Manchmal ist auch der Tumor selbst durch die Bauchdecke zu fühlen. Ein deutlicher Hinweis auf das Vorliegen von Gallengangskrebs ist eine schmerzlose Gelbsucht mit tastbar vergrößerter Gallenblase (sog. Courvoisier-Zeichen).

Weitere Untersuchungen können Aufschluss darüber geben, wo genau der Gallenblasenkrebs beziehungsweise Gallengangskrebs sitzt und wie weit er sich bereits ausgedehnt hat. Zur Diagnose eignen sich bildgebende Verfahren wie die Ultraschalluntersuchung (Sonographie), die Computertomographie (CT) sowie die Magnetresonanztomographie (MRT, MRC) an. Mithilfe eines sehr kleinen Ultraschallkopfs kann der Arzt auch direkt im Gallengang die Ausbreitung des Gallentumors bestimmen (intraduktale Endosonographie, IDUS).

Bei Gallenblasenkrebs gehört eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs zu den routinemäßigen Diagnose-Verfahren. Mithilfe der endoskopischen retrograden Cholangiographie (ERC) lassen sich zudem gut Gallengangstumoren erkennen. Dabei schiebt der Arzt ein Endoskop über Speiseröhre und Magen in den Zwölffingerdarm vor und spritzt ein Röntgen-Kontrastmittel in die Mündung des Gallengangs ein. Anschließend kann er bei einer Durchleuchtung mit einer Röntgenröhre das Gallengangssystem anhand der Kontrastmittelfüllung beurteilen. Bei dieser Untersuchung entnimmt der Arzt über das Endoskop auch eine Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop (Biopsie).

Gelingt über eine ERC keine Darstellung der Gallengänge, kann der Arzt eine Nadel durch die Haut in einen größeren Gallengang in der Leber einstechen und Kontrastmittel in das Gallengangssystem einfüllen. So kann er herauszufinden, ob die Beschwerden durch Gallenblasenkrebs oder Gallengangskrebs bedingt sind. Dieses Diagnose-Verfahren heißt perkutane transhepatische Cholangiographie, kurz PTC. Auf Röntgenaufnahmen ist der Tumor dann gut sichtbar, da er den Gallengang verlegt, sodass das Kontrastmittel sich nicht vollständig verteilen kann.

Falls notwendig, kann im Rahmen der ERC durch die Einlage eines kleinen, röhrenförmigen Metallgitters (Stents) der Gallenabfluss wiederhergestellt werden. Bei der PTC fließt die Galle nach außen ab, was ebenfalls einem Rückstau der Galle in die Leber entgegenwirkt.

Bei der Blutuntersuchung zeigt der Anstieg einiger Blutwerte – alkalische Phosphatase (AP), Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT), Bilirubin – den Aufstau von Galle in der Leber an.

Nicht selten entdeckt der Arzt Gallenblasenkrebs oder Gallengangskrebs auch zufällig. Die Diagnose stellt er dann zum Beispiel, wenn er die Gallenblase aus einem anderen Grund (u.a. wegen einer Entzündung oder Gallensteinen) entfernen muss.


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