Gallenblasen­entzündung (Cholezystitis): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Juni 2016)

Die Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) ist eine überwiegend durch Gallenblasensteine ausgelöste Entzündung der Gallenblasenwand. Eine durch Gallensteine bedingte akute Entzündung der Gallenblase liegt per Definition dann vor, wenn Folgendes zutrifft:

  • länger als sechs Stunden anhaltende Gallenschmerzen
  • Fieber beziehungsweise eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut (sog. Leukozytose)
  • eine im Ultraschall erkennbare Verdickung der Gallenblasenwand zusammen mit örtlichem Druckschmerz (sog. Murphy-Zeichen)

Eine Gallenblasenentzündung kann aber nicht nur akut verlaufen, sondern ständig immer wieder auftreten: Dies bezeichnen Mediziner als chronische Cholezystitis.

Häufigkeit

Meistens – zu mindestens 90 Prozent – entsteht eine Gallenblasenentzündung durch Gallensteine. Da Letztere bei Frauen etwa 3-mal häufiger auftreten als bei Männern, sind Frauen auch deutlich öfter von einer Cholezystitis betroffen als Männer. Im Alter zwischen 45 und 70 Jahren haben etwa 10 Prozent aller Männer und etwa 20 Prozent aller Frauen Gallensteine – oft, ohne es zu wissen.

In etwa 10 von 100 Fällen tritt eine Gallenblasenentzündung ohne Gallensteine auf. Eine solche sogenannte akalkulöse Cholezystitis findet sich häufig bei älteren Männern.

Anatomie der Gallenblase

Um zu verstehen, wie eine Gallenblasenentzündung zum Beispiel durch Gallensteine entsteht, ist es hilfreich, sich die Anatomie der Gallenblase und der Gallengänge anzuschauen: Die Gallenblase (Vesica biliaris) ist ein etwa neun Zentimeter langer birnenförmiger Sack, der an der Unterseite der Leber liegt. Sie gehört zu den außerhalb der Leber gelegenen (extrahepatischen) Gallenwegen, welche die Leber mit dem Zwölffingerdarm verbinden:

  • Aus der Leber kommen zwei Lebergallengänge, die sich zu einem gemeinsamen Lebergallengang (Ductus hepaticus communis) vereinigen.
  • Mit diesem Lebergallengang ist die Gallenblase über ihren Ausgang – den Gallenblasengang (Ductus cysticus) – verbunden.
  • Wo der Leber- und Gallenblasengang zusammenkommen, bilden sie den Hauptgallengang (Ductus choledochus), der schließlich gemeinsam mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse (Pankreasgang) in den Zwölffingerdarm mündet.

Lage der Gallenblase © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Anatomie der Gallenblase

Die Leber bildet täglich etwa 500 bis 600 Milliliter gelbe Lebergalle. Die Gallenblase dient als eine Art Speicher für die Galle und fasst durchschnittlich 50 Milliliter. Durch Wasserentzug dickt die Gallenblase die Flüssigkeit zur grünlichen Blasengalle ein. Bei der Nahrungsaufnahme zieht sich die Gallenblasenmuskulatur zusammen und setzt so Galle über den Gallenblasengang frei. Von den Gallensäuren kann der Körper etwa 95 Prozent durch Wiederaufnahme (Rückresorption) im Darm wiedergewinnen und der Leber zuführen. Hier dienen sie der erneuten Galleproduktion.

Die Hauptbestandteile der Galle sind nach Gewicht:

  • Wasser (82%),
  • Gallensäuren, die eine große Rolle im Fettstoffwechsel spielen (12%),
  • Gallenfarbstoffe (v.a. Bilirubin) als Abbauprodukte des Blutfarbstoffs Hämoglobin,
  • Cholesterin,
  • zahlreiche weitere Stoffwechselabbauprodukte, Salze und Schleim.

Die Aufgabe der Gallenflüssigkeit besteht vor allem darin, die Fettverdauung zu unterstützen. Außerdem beseitigt sie Schadstoffe und Abfallprodukte des Körpers. Wenn die festen Bestandteile der Galle ins Ungleichgewicht geraten, können sich Gallensteine bilden, die eine Stauung der Gallenblasenflüssigkeit verursachen und so eine Gallenblasenentzündung hervorrufen können.


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