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Forenexperte: Dirk Glöckner
Forum Gynäkologie
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Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) gehört zu den sogenannten sezernierenden Erkrankungen der Brustdrüse. Bei solchen Erkrankungen kommt es zu einem Ausfluss von milchigem Sekret aus der Brustwarze (Mamille).
Beim krankhaften Brustmilchausfluss handelt es sich bei diesem Sekret um eine milchige Absonderung. Die Galaktorrhoe kann ein- oder beidseitig auftreten. Auch kann krankhafter Brustmilchausfluss unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Während in einigen Fällen nur ein einzelner Tropfen durch Druck auf die Brust austritt, kann der Milchausfluss in anderen Fällen auch stärker bestehen. Dann treten Einzeltropfen spontan aus oder es fließt milchiges Sekret. Die Galaktorrhoe ist in der Regel schmerzlos. Teilweise kann sich die Brust auch gespannt anfühlen und leicht schmerzen.
Während einer Schwangerschaft oder bei Wöchnerinnen in den Stillpausen ist die Absonderung von milchigem Sekret normal. Der Körper ist in solchen Phasen darauf eingestellt, Milch für die Ernährung des Säuglings zu produzieren. Die Muttermilch ist reich an Nährstoffen wie Fett, Eiweiß und Milchzucker. Bereits in der Schwangerschaft kann sich erste Milch bilden und als Brustmilchausfluss bemerkbar sein. Tritt ein Milchfluss aber spontan, das heißt ohne eine direkt ersichtliche Ursache außerhalb einer Stillperiode auf, müssen seine Ursachen genau abgeklärt werden.
Galaktorrhoe wie auch der natürliche Milchfluss in der Stillzeit geht aus den Brustdrüsen hervor. Die weibliche Brust besteht unter anderem aus Fettgewebe wie auch aus einzelnen Drüsen (Drüsenlappen und Drüsenläppchen). Meist sind diese Drüsen inaktiv. Unter dem Einfluss von bestimmten Hormonen beginnen sie jedoch, Milch zu produzieren. Das milchige Sekret verlässt die einzelnen Drüsen über Milchgänge, die in die Brustwarze münden.
Häufigste Ursache für Galaktorrhoe ist eine vermehrte Produktion eines bestimmten Hormons, dem Prolaktin. Neben den Geschlechtshormonen Progesteron und den Östrogenen und weiteren Hormonen steuert Prolaktin die Milchbildung. Viele Ursachen sind bekannt, welche die Hormone aus dem Gleichgewicht bringen, darunter bestimmte Medikamente oder Stress. Eventuell müssen auch die Milchgänge genau untersucht werden. Mögliche Ursache von Galaktorrhoe können unter anderem auch gutartige Tumoren im Gehirn sein, die Prolaktin produzieren (sogenanntes Prolaktinadenom oder Prolaktinom). Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache.
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