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Forenexperte: Dirk Glöckner
Forum Gynäkologie
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Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigste Ursache ist eine Überproduktion des Hormons Prolaktin (sog. Hyperprolaktinämie). Prolaktin fördert die Milchbildung und damit Galaktorrhoe (als sog. laktotrophes Hormon). Das Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Andere Hormone hemmen wiederum das Hormon Prolaktin und damit die Milchbildung.
Bei Galaktorrhoe können als Ursachen also Hormonstörungen infrage kommen, die das Prolaktin betreffen. Eine solche Hyperprolaktinämie kann verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist ein sogenanntes Prolaktinom (Prolaktinadenom), ein Prolaktin produzierender Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Das Prolaktinom gehört damit zu den sogenannten Hypophysentumoren, genauer zu den Hypophysenadenomen. Ein Prolaktinom ist fast immer gutartig. Ebenso können Tumoren oder Raumforderungen an der Hirnbasis die Bildung eines Hormons hemmen, das seinerseits die Prolaktinproduktion hemmt. Fällt dieser hemmende Faktor weg, wird übermäßig Prolaktin gebildet.
Eine Galaktorrhoe kann auch aufgrund von Erkrankungen der Brustdrüse wie zum Beispiel einer Entzündung der Brust (Mastitis), einem Milchgangspapillom (gutartiger Tumor der Brust) oder aber auch in einem frühen Stadium von Brustkrebs (Mammakarzinom) auftreten.
Weitere Ursachen für eine Hyperprolaktinämie sind Medikamente, wie einige Psychopharmaka, Blutdruckmittel oder Magen-Darm-Medikamente, aber auch Opiate und Heroin. Eine Schilddrüsenunterfunktion oder die Einnahme der Antibabypille können bei Galaktorrhoe ebenso als Ursachen beteiligt sein.
Brustmilchausfluss ist in der Stillzeit und in der Schwangerschaft normal. Daneben gibt es aber auch noch einige andere Galaktorrhoe-Ursachen , die nicht als krankhaft zu verstehen sein. So kann es in Stresssituationen, bei körperlicher Anstrengung, im Schlaf, aber auch beim Geschlechtsverkehr oder einer Stimulation der Brustwarzen zu einem Milchausfluss kommen.
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