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Forenexperte: Dirk Glöckner
Forum Gynäkologie
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Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Um die Entstehung von krankhaftem Brustmilchausfluss zu verstehen, ist ein Blick auf die Anatomie der Brust sinnvoll. Die weibliche Brust ist eine Drüse und stammt entwicklungsgeschichtlich von den Schweißdrüsen der Haut ab. Sie setzt sich aus dem Brustdrüsenkörper, der Brustwarze (Mamille) und dem Warzenhof (Areola mammae) zusammen. Die Brustdrüse besteht aus 15 bis 20 Einzeldrüsen, Bindegewebe und individuell unterschiedlich viel Fettgewebe.
Jede Einzeldrüse besteht aus mehreren Drüsenläppchen (Lobuli), die durch ein Mantelgewebe voneinander abgegrenzt sind. Die Drüsenläppchen bestehen aus winzigen Bläschen, den sogenannten Alveolen, die traubenförmig über ein Milchgangsystem miteinander verbunden sind. Normalerweise sind die Alveolen flüssigkeitsleer und flach, während der Stillzeit wird in ihnen aber die Muttermilch produziert. Diese Milch fließt dann über die Milchgänge in einen Hauptmilchgang. Die einzelnen Hauptmilchgänge aus den Einzeldrüsen laufen strahlenförmig auf die Brustwarze zu und enden dort. Kurz vor der Mündung befindet sich eine Aufweitung (Sinus lactiferi), die in der Stillzeit als Milchreservoir dient. Die Hauptmilchgänge sind von bestimmten Hautzellen, dem sogenannten Epidermisepithel, bedeckt, welche sie vor Keimen schützen, die sonst leicht in die Milchgänge einwandern und Entzündungen hervorrufen könnten.
Die Brustdrüse ist sämtlichen hormonellen Schwankungen während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft und Stillzeit bis zur Menopause, sogar bis ins hohe Alter unterworfen.
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