Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. März 2016)

Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) gehört zu den sezernierenden (Flüssigkeit absondernden) Erkrankungen der Brustdrüse. Bei solchen Erkrankungen tritt – außerhalb der Stillzeit – Flüssigkeit aus der Brustdrüse aus. Die Brust sondert Milch oder Sekret ab – entweder spontan oder bei leichtem Druck auf das Brustgewebe.

Krankhafter Brustmilchausfluss ist nur eine Form von krankhafter Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustdrüse. Mediziner unterscheiden dabei zwischen

Der Name Galaktorrhoe leitet sich von den griechischen Wörtern für "Milch" (galaktos) und "ich fließe" (rheo) ab.

Illustration: Laktierende Brust. © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Darstellung des Brustmilchausflusses

Eine Galaktorrhoe ist nicht als eigenes Krankheitsbild anzusehen, sondern eigentlich Ausdruck verschiedener hormoneller Störungen oder Hormonschwankungen. An der Milchbildung sind mehrere Hormone beteiligt.

Anatomie

Die weibliche Brust (Mamma) ist eine Drüse. Sie setzt sich aus dem Brustdrüsenkörper, der Brustwarze (Mamille) und dem Warzenhof (Areola mammae) zusammen.

Die Brustdrüse besteht aus 15 bis 20 Einzeldrüsen, Bindegewebe und individuell unterschiedlich viel Fettgewebe.

Jede Einzeldrüse besteht aus mehreren Drüsenläppchen (Lobuli), die durch ein Mantelgewebe voneinander abgegrenzt sind. Die Drüsenläppchen selbst bestehen aus winzigen Bläschen, die traubenförmig über ein Milchgangsystem miteinander verbunden sind – den sogenannten Alveolen.

Normalerweise sind die Alveolen flüssigkeitsleer und flach, während der Stillzeit wird in ihnen aber die Muttermilch produziert. Diese Milch fließt dann über die Milchgänge in einen Hauptmilchgang. Die einzelnen Hauptmilchgänge aus den Einzeldrüsen laufen strahlenförmig auf die Brustwarze zu und enden dort. Kurz vor der Mündung befindet sich eine Aufweitung (Sinus lactiferi), die in der Stillzeit als Milchreservoir dient. Die Hauptmilchgänge sind von bestimmten Hautzellen, dem sogenannten Epidermisepithel, bedeckt, welche sie vor Keimen schützen, die sonst leicht in die Milchgänge einwandern und Entzündungen hervorrufen könnten.

Schematische Darstellung einer Brust © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Aufbau der weiblichen Brust

Die Brustdrüse ist sämtlichen hormonellen Schwankungen während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft und Stillzeit bis zur Menopause und ins hohe Alter unterworfen.

Häufigkeit

Etwa eine von hundert aller Frauen vor den Wechseljahren ist irgendwann von einer Galaktorrhoe betroffen. Diese Zahl erhöht sich bei Frauen, die bereits mehrere Schwangerschaften hinter sich haben.

Krankhafter Brustmilchausfluss kann aber auch bei Männern und Kindern auftreten. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, dass der Arzt die Ursachen des Milchausflusses klärt. Sogar bei Säuglingen kann Milch aus der Brust fließen – die sogenannte Hexenmilch. Der Grund: Babys stehen kurz nach der Geburt noch häufig unter dem Einfluss des mütterlichen Hormons Prolaktin, das den Milchfluss fördert. Diese Form der Galaktorrhoe endet jedoch schnell von selbst wieder.


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