Fußpilz (Tinea pedis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Oktober 2017)

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Fußpilz (Tinea pedis) ist hierzulande eine der häufigsten Infektionskrankheiten: Bei 30 bis 70 Prozent aller Deutschen bricht diese entzündliche Pilzerkrankung der Zehenzwischenräume und Fußsohlen mindestens einmal im Leben aus.

Kinder haben in der Regel selten Fußpilz, doch mit zunehmendem Alter kommt die Pilzinfektion öfter vor. Bei Frauen ist die Tinea pedis etwas weniger verbreitet als bei Männern. Mögliche Gründe hierfür sind Unterschiede in der Fußbekleidung und den Pflegegewohnheiten zwischen Frauen und Männern.

Was ist Fußpilz?

Fußpilz ist eine im Fußbereich auftretende Dermatomykose – also eine Pilzerkrankung (= Mykose) der Haut (= Derma). Die Auslöser von Fußpilz sind bestimmte Pilze, die nur Haut, Haare und Nägel befallen: sogenannte Dermatophyten.

Mediziner bezeichnen eine durch Dermatophyten verursachte Pilzinfektion allgemein als Tinea oder Dermatophytose. Bei Fußpilz beziehungsweise Tinea pedis (lat. pes = Fuß) können neben der Fußhaut auch die Zehennägel befallen sein (sog. Nagelpilz bzw. Tinea unguium).

Eine Frau hält ihre Fußsohlen in die Kamera. © Imagestate Ltd.

Fußpilz ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten.

Fußpilz (Tinea pedis): Behandlung

Gegen Fußpilz (Tinea pedis) hilft eine Behandlung mit einem pilzabtötenden Mittel (sog. Antimykotikum) – so wie bei jedem anderen Hautpilz auch. Wenn Sie gleichzeitig starke Entzündungen haben, ist es ratsam, diese vor dem Fußpilz zu behandeln – zum Beispiel mit einem speziellen Fußbad.

Die Antipilzmedikamente gegen Fußpilz erhalten Sie als Salbe, Creme oder Puder rezeptfrei in der Apotheke. Gängige Wirkstoffe gegen Tinea pedis sind:

Sind nur Ihre Zehenzwischenräume vom Fußpilz befallen, reicht in der Regel eine örtliche Behandlung mit den rezeptfreien Mitteln aus. Wenn – zum Beispiel bei einer über die ganzen Fußsohlen ausdehnten Tinea pedis – die äußerliche Behandlung bei Ihnen nicht anschlägt, ist es sinnvoll, nach Absprache mit dem Arzt Antipilzmittel in Tablettenform einzunehmen.

Wie lange es dauert, bis der Fußpilz dank der Behandlung spürbar zu heilen beginnt, hängt vom eingesetzten Mittel ab. Die bei Tinea pedis geeigneten Antimykotika wirken auf unterschiedliche Arten, weshalb die Anwendungsdauer variiert:

  • Fungistatische Antimykotika: Antipilzmittel mit fungistatischen Wirkstoffen (wie Clotrimazol) töten den Fußpilz nicht ab, sondern verhindern, dass er wächst und sich dadurch weiter verbreitet. Da sich die Haut ständig erneuert und abgestorbene Hautschuppen abstößt, werden Hautzellen, die vom Pilz befallen sind, nach und nach mit abgestoßen.
    Wenden Sie das Antipilzmittel lange genug an, ist Ihr Fuß nach einer Weile pilzfrei. In der Regel dauert die Behandlung etwa drei bis vier Wochen.
  • Fungizide Antimykotika: Antipilzmittel mit fungiziden Wirkstoffen (wie Terbinafin) töten den Fußpilz direkt ab – dadurch ist die notwendige Behandlungszeit deutlich kürzer als bei fungistatischen Mitteln.
    Bei einer leichten Tinea pedis reicht womöglich eine Einmalbehandlung mit einem terbinafinhaltigen Mittel.

Tipps zur weiteren Behandlung

Bei Fußpilz sind für eine erfolgreiche Behandlung nicht nur Medikamente ausschlaggebend. Wichtig ist es auch, dass Sie Ihre Zehen getrennt und trocken halten. Hilfreiche Tipps, um den Hautpilz loszuwerden, lauten im Einzelnen:

  • Trocknen Sie Ihre Füße einschließlich der Zehenzwischenräume immer gründlich ab.
  • Tragen Sie Baumwollstrümpfe und wechseln Sie diese täglich.
  • Waschen Sie die Socken bei 60 Grad Celsius.
  • Tragen Sie nicht zu enge Schuhe und achten Sie darauf, dass die Schuhe aus möglichst luftdurchlässigen oder atmungsaktiven Materialien bestehen.
  • Legen Sie Verband- oder Stoffstreifen zwischen die Zehen – diese nehmen die Feuchtigkeit auf. Auch Puder kann helfen, die Zehenzwischenräume trocken zu halten.
  • Desinfizieren Sie alle Gegenstände, die Hautpilze verbreiten können (wie Schuhe und Strümpfe), mit einem Antipilzmittel: Das Desinfizieren verhindert, dass sich der Fußpilz weiter ausbreitet.
  • Tragen Sie an öffentlichen Orten wie Duschräumen, Schwimmbädern oder im Hotel Badeschuhe.

Fußpilz (Tinea pedis): Ursachen

Erreger

Fußpilz (Tinea pedis) entsteht durch bestimmte Erreger aus der Gruppe der Hautpilze: sogenannte Dermatophyten (griech. derma = Haut, phyton = Pflanze). Dermatophyten sind parasitäre Fadenpilze, die speziell die Haut und deren Anhangsgebilde – also Nägel und Haare – befallen.

Neben Hefe- und Schimmelpilzen sind Dermatophyten für den größten Teil der menschlichen Hautpilzerkrankungen verantwortlich.

Fußpilz breitet sich typischerweise in der Hornschicht der Haut aus – also in der obersten Hautschicht. In der Regel finden sich die Erreger weder in der Oberhaut noch in tieferen Hautschichten.

Übertragung

Fußpilz verbreitet sich meist von Mensch zu Mensch. Die Übertragung kann auf verschiedene Weise passieren. So kann die Tinea pedis zum Beispiel entstehen durch:

  • indirekte Übertragung
  • direkte Übertragung

Zur indirekten Übertragung von Fußpilz kann es überall dort kommen, wo befallene Menschen barfuß gehen und deren Hautschüppchen auf den Boden gelangen. Typische Infektionsquellen sind zum Beispiel Fußböden in öffentlichen Bädern und Duschen, Schuhe, Strümpfe und Teppichböden (v.a. in Hotels). Die direkte Übertragung geschieht durch Hautkontakt – zum Beispiel bei Kontaktsportarten wie Judo.

Das Bild zeigt eine Frau am Schwimmbeckenrand. © Jupiterimages/Hemera

Fußpilz kann überall dort lauern, wo Betroffene barfuß gelaufen sind: zum Beispiel auf dem Teppichboden im Hotelzimmer, in der Umkleidekabine von Sportstätten, in der Sauna oder im Schwimmbad.

Obwohl Fußpilz ansteckend ist, stecken sich Ehepartner untereinander nur selten an. Zwar übertragen sich die Pilze zwischen Eheleuten leicht. Doch das heißt noch lange nicht, dass es dann auch zu einer Pilzinfektion kommt. Die Tinea pedis kann nur unter bestimmten Voraussetzungen ausbrechen.

Ein feuchtes Milieu (wie es besonders in den Zwischenräumen der Zehen herrscht) bietet den idealen Nährboden für Pilze und ist von entscheidender Bedeutung für die Entstehung von Fußpilz. Als wichtigste Ursachen für den Ausbruch der Tinea pedis gelten:

  • enge Schuhe
  • Schweißfüße (z.B. durch häufiges Tragen von Sportschuhen)
  • schlechtes Abtrocknen der Füße, vor allem in Verbindung mit schlechter Abdunstung durch luftundurchlässige Kleidung wie ungeeignete Strümpfe oder Schuhe aus Kunststoff (z.B. Gummistiefel)
  • kleinere Hautverletzungen
  • geschwächte Körperabwehr

Im englischen Sprachraum ist die Tinea pedis unter der Bezeichnung Athlete's foot (= Sportlerfuß) bekannt, da Sportler häufig von Fußpilz betroffen sind. Ursache hierfür ist die für Sportler typische Kombination aus:

  • häufiger Nutzung öffentlicher Duschräume oder Umkleidekabinen von Sportstätten, wo das Risiko einer Übertragung hoch ist, und
  • schweißfördernden Sportschuhen, die einen idealen Feuchtraum für den Fußpilz bieten.

Daneben können auch weitere individuelle Faktoren darüber entscheiden, ob jemand nach Übertragung der Erreger Fußpilz bekommt oder nicht. Ein erhöhtes Risiko für Tinea pedis haben zum Beispiel Menschen mit folgenden Erkrankungen:

Fußpilz (Tinea pedis): Symptome

Bei Fußpilz (Tinea pedis) bleiben die Symptome immer auf die Haut beschränkt. Typischerweise macht sich der Hautpilz am Fuß bemerkbar durch:

  • Hautrötung
  • Hautnässen
  • Hautschuppung
  • Blasenbildung
  • Juckreiz

Oft befällt Fußpilz beide Füße gleichzeitig. Je nachdem, welches Befallsmuster die Symptome erkennen lassen, unterscheidet man drei Formen von Tinea pedis.

1. Fußpilz zwischen den Zehen

Häufig bildet sich Fußpilz in den Zehenzwischenräumen. Die ersten Symptome treten dabei meist zwischen dem vierten und fünften Zeh auf. Die Fachbezeichnung für diese Form lautet Tinea pedis interdigitalis (interdigital = zwischen den Fingern bzw. Zehen). Im Anfangsstadium weicht die Haut etwas auf. Anschließend können die betroffenen Hautstellen unter Umständen

  • leicht gerötet sein,
  • schuppen,
  • jucken,
  • weiße, verquollene, dicke Hautlagen oder
  • tiefe, schmerzhafte Risse bilden.

Nahaufnahme eines von Fußpilz befallenen Zehenzwischenraums. © CDC

Fußpilz befällt oft die Zehenzwischenräume.

Oft bilden sich bei Fußpilz zwischen den Zehen als weitere Symptome kleine Bläschen an den Seitenflächen der Zehen. Bleibt die Tinea pedis interdigitalis lange unerkannt und unbehandelt, dehnt sie sich unter Umständen auf Fußsohlen, Fußkanten und auch den Fußrücken aus.

2. Schuppiger und stark verhornender Fußpilz

Fußpilz kann auch die Fußsohle betreffen (sog. Tinea pedis plantaris) und sich langsam auf die Fußkanten und den Fußrücken ausbreiten. Typische Symptome sind, dass die betroffene Haut sich schuppt und stark verhornt (was Mediziner als squamös-hyperkeratotisch bezeichnen). Ein solcher schuppiger und stark verhornender Fußpilz entwickelt sich wie folgt:

  • Zunächst bildet sich eine feine, trockene Schuppung auf einer leicht bis mäßig stark entzündeten Haut.
  • Im weiteren Verlauf können sich dicke Hornhautschichten und schmerzhafte Risse bilden, vor allem an den Fersen.

Ein schuppiger und stark verhornender Fußpilz erinnert durch sein Befallsmuster und die Symptome an einen Mokassin, weshalb man ihn auch als Mokassin-Form bezeichnet. Häufig erkennen die Betroffenen diese Form nicht als Tinea pedis, sondern meinen, sie hätten eine trockene Haut.

3. Fußpilz mit Bläschen

In manchen Fällen verursacht Fußpilz als erste Symptome flüssigkeitsgefüllte Bläschen am Fußgewölbe und den Fußkanten (sog. vesikulös-dyshidrotische Form der Tinea pedis). Aufgrund der dicken Hornschicht an den Fußsohlen platzen diese Bläschen nicht von selbst auf, sondern trocknen ein. In der Folge spannt und juckt die Haut.

Fußpilz (Tinea pedis): Diagnose

In der Regel ist Fußpilz (Tinea pedis) leicht zu erkennen: Die Diagnose gelingt oft schon auf den ersten Blick. Zur Sicherheit kann der Arzt Hautschuppen von der betroffenen Hautstelle abschaben und anschließend unter dem Mikroskop auf Pilze untersuchen.

Wenn es schwierig ist, den Fußpilz auf diese Weise klar zu diagnostizieren, besteht die Möglichkeit, das Material mit einem transparenten Klebestreifen abzuziehen, diesen einzufärben und dann auf den Objektträger zu kleben. Gelingt es so immer noch nicht, die Tinea pedis eindeutig zu identifizieren, ist es notwendig, den Pilz im Labor genauer zu untersuchen.

Neben Fußpilz gibt es noch andere Erkrankungen, die ebenfalls in den Zehenzwischenräumen vorkommen können und ähnliche Symptome hervorrufen. Darum ist es bei Anzeichen einer Tinea pedis wichtig, solche Erkrankungen auszuschließen (sog. Differentialdiagnose). Zu diesen Krankheiten zählen:

Ein Arzt untersucht einen Fuß. © iStock

Meist reicht eine einfache Untersuchung der Füße, um Fußpilz zu diagnostizieren.

Fußpilz (Tinea pedis): Verlauf

Fußpilz (Tinea pedis) ist – im Vergleich zum manchmal zusätzlich entstehenden Nagelpilz (Onychomykose) – hartnäckiger: Er heilt nicht von alleine. Ohne Behandlung geht die Pilzerkrankung also in einen chronischen Verlauf über.

Komplikationen

Fußpilz kann mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein. So kann sich beispielsweise, wenn das Nagelbett der Zehen bei einer Tinea pedis verletzt ist, zusätzlich ein Nagelpilz entwickeln.

Häufige Komplikationen bei Fußpilz sind die zusätzliche Infektion (sog. Superinfektion) der betroffenen Hautbereiche mit Bakterien und die Ausbildung einer Wundrose (sog. Erysipel). Der Grund: Die von der Tinea pedis befallene Haut ist geschädigt und bietet Bakterien eine Eintrittspforte. Kommt es an den betroffenen Stellen zu einer Infektion mit A-Streptokokken, können diese zur Wundrose führen. Dies ist

  • eine Hautentzündung mit flammenförmigen, scharf begrenzten Rötungen,
  • in deren Verlauf die Haut anschwellen kann
  • und ein Spannungsgefühl, Schmerzen sowie Fieber möglich sind.

Auch die gegen Fußpilz eingesetzte Behandlung kann kompliziert verlaufen: Kommen gegen eine Tinea pedis Antipilzmittel (sog. Antimykotika) zum Einsatz, treten gelegentlich Unverträglichkeitsreaktionen auf, zum Beispiel ein sogenanntes Kontaktekzem.

Fußpilz (Tinea pedis): Vorbeugen

Fußpilz (Tinea pedis) können Sie wirksam vorbeugen, indem Sie folgende Tipps beachten:

  • Sorgen Sie für trockene Zehenzwischenräume. Wenn Sie sehr stark schwitzen und sehr eng stehende Zehen haben, ist es sinnvoll, zusätzlich Stoffstreifen zwischen die Zehen zu legen.
  • Verzichten Sie möglichst auf zu enges Schuhwerk und Synthetikmaterialien bei Schuhen und Strümpfen, da sie die Entstehung von Feuchtigkeit und somit eine Pilzinfektion begünstigen, und wählen Sie stattdessen atmungsaktive Materialien.
  • Zusätzlich können Sie zur Vorbeugung von Fußpilz Ihre Schuhe regelmäßig desinfizieren (z.B. mit einem entsprechenden Spray).
  • Waschen Sie Ihre Socken und Strümpfe bei mindestens 60 Grad Celsius.
  • Tragen Sie Badeschuhe, wenn Sie ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen oder öffentliche Duschen benutzen.
  • Vermeiden Sie in der Sauna den direkten Kontakt mit dem Holz und Ähnlichem, indem Sie ein eigenes Handtuch unterlegen.
  • Laufen Sie auf Teppichböden in Hotelzimmern nie barfuß.

Fußpilz (Tinea pedis): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Fußpilz (Tinea pedis)":

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Nagel- und Fußpilz

Buchtipps:

Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin

buch_abeck_hautkrankheiten.jpg Dietrich Abeck

129 Seiten Springer 2011

Weil Hauterkrankungen immer öfter auftreten, wird auch für Allgemeinärzte dermatologisches Wissen immer wichtiger. Der Autor behandelt in dem Band die Klinik, Pathogenese, Diagnose und Therapie der häufigsten dermatologischen Probleme. Zahlreiche Abbildungen unterstützen Ärzte bei der schnellen Zuordnung der Symptome. Der Band enthält Empfehlungen zum Ablauf der Therapie, zu Wirkstoffen und zur Hautpflege sowie Hinweise zu weiterführender Literatur. Die 2., aktualisierte Auflage wurde um drei Kapitel zu weiteren häufigen Hautkrankheiten ergänzt.

Quellen:

Tinea pedis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 17.7.2017)

Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Hof, H., Dörries, R.: Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2014

Gesenhues, S., Ziesché, R., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013

Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin 2011

Sterry, W. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

Plettenberg, A., Meigel, W., Schöfer, H. (Hrsg.): Infektionskrankheiten der Haut. Thieme, Stuttgart 2010

Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Tinea der freien Haut. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/002 (Stand: Oktober 2008)

Aktualisiert am: 23. Oktober 2017

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