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Furunkel

Stand: 24. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einem Furunkel ist ein Haarbalg zusammen mit dem umliegenden Gewebe eitrig und schmerzhaft entzündet. Wenn zwei oder mehr Furunkel nahe beieinanderliegen, können sie miteinander verschmelzen: Es entsteht ein großflächigerer Karbunkel.

Furunkel entstehen typischerweise im Gesicht, im Nacken, in den Achselhöhlen, am Gesäß und im Genitalbereich sowie am Oberschenkel. Sie können aber auch an jeder anderen Stelle der behaarten Haut auftreten. Auslöser der einem Furunkel zugrunde liegenden Entzündung ist eine bakterielle Infektion (meist mit dem Bakterium Staphylococcus aureus). Verschiedene Faktoren können die Furunkelbildung zusätzlich begünstigen: beispielsweise ein Diabetes mellitus, sehr eng anliegende und scheuernde Kleidung oder ein unzureichendes Desinfizieren der Haut nach der Rasur.

Vor der Entstehung eines Furunkels bildet sich am Herd der Haarbalgentzündung eine rote Pustel mit einem zentralen Eiterpfropf. Daraus entsteht im weiteren Verlauf der Furunkel – ein druckempfindlicher Knoten mit einem Durchmesser von einem halben bis zwei Zentimetern. Bei seiner Reifung kommt es in der Mitte des Furunkels zum Absterben von Gewebe (sog. Nekrose) und zu einer eitrigen Einschmelzung. Wenn der Furunkel die Haut durchbricht, entleert sich der Eiter. Nach der Heilung bleibt eine kleine Narbe zurück.

Wenn sich ein Furunkel bildet, ist es vor allem wichtig, ihn keinesfalls auszudrücken. Auch Zugsalbe ist bei einem Furunkel nicht zur Behandlung geeignet. Stattdessen sind desinfizierende Salben und warme Kompressen hilfreich. In manchen Fällen ist es erforderlich, gegen Furunkel zusätzlich Antibiotika einzusetzen.

Furunkel verlaufen oft unkompliziert. Sie können aber auch wiederholt oder schubweise auftreten: In dem Fall liegt eine sogenannte Furunkulose vor. Der Verlauf von Furunkeln hängt in hohem Maß von deren Lage ab: Im Gesicht können sie beispielsweise eine Erkrankung der Augenhöhle (sog. Orbitaphlegmone), eine Hirnvenenthrombose oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen. Um ihre Entstehung zu verhindern und um bei einem schon bestehenden Furunkel die ursächlichen Erreger nicht auf weitere Körperstellen zu übertragen, ist vor allem Hygiene entscheidend.

Weiterlesen: Furunkel: Definition

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