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Furunkel

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (16. Februar 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ein Furunkel ist eine in tieferen Hautschichten liegende Entzündung, die aus einer zunächst oberflächlichen bakteriellen Infektion eines Haarfollikels und seiner Talgdrüse (Follikulitis) entsteht.

Anfangs ist eine kleine rote Pustel mit zentralem Eiterpfropf zu erkennen. Wenn die Entzündung in tiefere Hautschichten vordringt, bildet sich daraus ein druckempfindlicher, schmerzhafter Knoten mit einem Durchmesser von einem halben bis zwei Zentimetern. Je nach Lage kann ein Furunkel sehr unangenehm sein.

Typischerweise entstehen Furunkel im Gesicht, am Hals, in den Achselhöhlen, in der Leistengegend, am oberen Rücken, am Po und im Schambereich. Sie können aber auch an jeder anderen Stelle der behaarten Haut auftreten.

Während ein Furunkel reift, stirbt das Gewebe in seiner Mitte ab (sog. Nekrose) und es kommt zu einer eitrigen Einschmelzung. Durchbricht das Furunkel die Haut, entleert sich der Eiter – und die Beschwerden klingen ab. Nach der Heilung bleibt eine kleine Narbe zurück.

Die dem Furunkel zugrunde liegende Entzündung hat ihre Ursachen in einer Bakterien-Infektion – meist ist das Bakterium Staphylococcus aureus verantwortlich. Verschiedene Faktoren können die Furunkelbildung zusätzlich begünstigen: beispielsweise ein Diabetes mellitus, sehr eng anliegende und scheuernde Kleidung oder ein unzureichendes Desinfizieren der Haut nach der Rasur.

Wenn sich ein Furunkel bildet, ist vor allem eins wichtig: Das Furunkel keinesfalls ausdrücken! Zur Furunkel-Behandlung sind zum Beispiel desinfizierende Salben und Zugsalben (Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat) hilfreich. In manchen Fällen ist es zusätzlich empfehlenswert, gegen Furunkel Antibiotika einzusetzen und den betroffenen Körperteil vorübergehend ruhig zu stellen (dies kann auch Bettruhe bedeuten).

Furunkel können sehr schmerzhaft sein, verlaufen aber ansonsten oft unkompliziert. Zwei oder mehr nahe beieinanderliegende Furunkel können jedoch miteinander verschmelzen: Dann entsteht ein großflächigerer Karbunkel, der oft mit stärkeren Beschwerden verbunden ist. Außerdem können Furunkel wiederholt oder schubweise auftreten: In dem Fall liegt eine sogenannte Furunkulose vor.

Der Verlauf von Furunkeln hängt außerdem in hohem Maß von deren Lage ab. Besonders schwerwiegend kann sich ein Furunkel im Gesicht auswirken: Dann kann es zu einer Erkrankung der Augenhöhle (sog. Orbitaphlegmone), einer Hirnvenenthrombose oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen.

Um die Entstehung von Furunkeln zu verhindern und um bei einem schon bestehenden Furunkel die ursächlichen Erreger nicht auf weitere Körperstellen zu übertragen, ist vor allem Hygiene entscheidend.

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